Soundtrack - Prometheus - Cover
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Soundtrack Prometheus


  • Label: Classical/Sony Music
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ridley Scott bedient sich bei sich selber, Marc Streitenfeld lieber bei anderen.

33 Jahre ist es her, dass Sigourney Weaver als Ellen Ripley an Bord der Nostromo um ihr Leben kämpfte und dem Science Fiction Horror somit einen zeitlosen Klassiker spendierte. Als Gerüchte die Runde machten, Ridley Scott würde seinem ersten Teil eine Vorgeschichte spendieren, sabberten nicht nur die Fanboys weltweit auf ihre H.R. Giger-Mousepads, auch Science Fiction-Connaisseure verfolgten das Projekt nach üblen Gurken wie den „Alien vs. Predator“-Spinoffs mit Argusaugen. Letzten Endes reichte es zwar nur für einen Film mit „Alien-DNA“, interessant bleibt „Prometheus“, so der Name des gleichnamigen Raumschiffs im Film, natürlich trotzdem.

Wie es sich für das Spätwerk des Altmeisters gehört, so ist dieses Mal nach „Ein gutes Jahr“ (2006), „American Gangster“ (2007), „Der Mann, der niemals lebte“ (2008), „Robin Hood“ (2010) und dem zweiten Film seines Sohnes Jake Scott „Willkommen bei den Rileys“ (2010) erneut Marc Streitenfeld für die musikalische Umsetzung zuständig. Gemäß den ungeschriebenen Regeln für einen Blockbuster mit Horrorelementen ist die Arbeit des Hamburgers an „Prometheus“ nervenaufreibend konzipiert worden. Es werden viele nichtmusikalische Elemente in die dunkle Atmosphäre eingebettet, sodass sich der Hörer zu Beginn beinahe wie in einem Hörspiel vorkommt („Engineers“, „Going in“, „Discovery“, „Too close“). Das führt zu einer Verstärkung der im ersten Drittel ohnehin am Maximum angekommenen Unbehaglichkeit, die sich durch in den Tiefen versinkende Blechbläser („Not human“) und urplötzlich aus der Dunkelheit hervorpirschende Schocksequenzen („Hammerpede“), sowie einen generell daueraktiven Subwoofer zusätzlich erhöht.

Leider ist das Pulver des Scores damit schon verschossen und in den restlichen Kompositionen der 25 Tracks starken CD verlässt sich Streitenfeld lediglich auf eine minimalistische Herangehensweise („Small beginnings“, „Hyper sleep“), die viel zu skizzenhaft bleibt und auf Altbewährtes anderer Komponisten. Zitternde Streicher, die vor allem Fans der Mystery-Serie „Lost“ (Drehbuchautor Damon Lindelof hat übrigens gemeinsam mit Jon Spaihts auch jenes für „Prometheus“ geschrieben) wegen Michael Giacchinos nervenzerrendem Score Gänsehaut bereiten werden („Try harder“, „Planting the seed“), Jerry Goldsmiths Urthema des ersten „Alien“ („Friend from the past“) und die beiden Eingriffe von Harry Gregson-Williams („Königreich der Himmel“, „Prince Of Persia: Der Sand der Zeit“, „Cowboys & Aliens“), der mit „Life“ und „We were right“ der Filmmusik eine epische Komponente mit auf den Weg gibt, fügen sich gut ein, hinterlassen wegen ihres Stückwerkcharakters allerdings einen bitteren Beigeschmack.

Probiert es Streitenfeld dann doch noch auf eigene Faust sind treibende Nummern wie „Space jockey“ schneller um als man sich auf diese einstellen kann und avantgardistische Soundschnipsel-Collagen mögen im Kino die Haare zu Berge stehen lassen, im Wohnzimmer reicht es maximal für ein Schulterzucken („Helly Mommy“).
Fazit: Horror- und Alienfans werden hiermit sicherlich ihre Freude haben, für alle anderen wird der Kauf einer „Prometheus“-Kinokarte wohl die bessere Alternative darstellen.

Anspieltipps:

  • Life
  • Engineers
  • Not Human
  • Hammerpede
  • Planting The Seed

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