Phillip Boa And The Voodooclub - Loyalty - Cover
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Phillip Boa And The Voodooclub Loyalty


  • Label: Cargo Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Phillip Boa erfreut die Hörerschaft mit seinem x-ten Frühling und wird nicht müde, aufs Neue zu überzeugen.

Wenn auch mit Unterbrechungen und zahlreichen Wechseln im Lineup ausgestattet, ist Indie-Legende Phillip Boa mit seinem Voodooclub fast schon dreißig Jahre im Geschäft. Zuletzt durch prominente Gastmusiker wie Jaki Liebezeit (Can) an den Drums auf „Diamonds Fall“ und natürlich die engelsgleiche Stimme von Pia Lund wieder gestärkt in den Ring gestiegen, geizt auch Boas aktueller Streich „Loyalty“ nicht mit feinen Details. So ist Multiinstrumentalist Brian Viglione (The Dresden Dolls, Nine Inch Nails) an der Produktion beteiligt gewesen und schenkt dem Longplayer eine wuchtige Rhythmus-Präsenz.

Über jeden Zweifel erhaben deckt das Werk mühelos die bisherigen Schaffensphasen des gebürtigen Dortmunders ab und pendelt zwischen Electro-Rock, Postpunk sowie romantischem Wave-Pop. Das ihm angestammte, holprige Englisch gehört ganz einfach dazu und wird die Welt erneut in Liebhaber und Verächter teilen. Doch allein der Auftakt aus „Black Symphony“ sowie dem durch ein herrlich räudiges Riff-Gewitter und Duett-Gesang in Hit-Regionen gelenkte „Want“ zeigt, dass mit Phillip Boa immer noch zu rechnen ist. Das konzentrierte Straffen des Sounds zahlt sich erneut aus und macht ein wunderbar schwebendes „Ernest 2“, reduziert und doch höchst packend, erst möglich. Wäre so etwas auf manch einem Album aus den Neunzigern noch in fahriger Weise zerlegt worden, erlebt der nimmersatte Musiker derzeit seinen zweiten, wenn nicht sogar dritten, Frühling.

Der Titelsong gleitet angespornt durch akzentuierte Streicher, Keyboard und mitreißend in Szene gesetzte Gitarren, während „Sunny When It Rains“ beseelt von Electro-Sounds und erneut herausragendem Drumming unter der zarten Oberfläche brodelt. Immer wieder stechen Songs hervor, lassen den Gesamteindruck von „Loyalty“ auf diesem Wege überaus positiv gedeihen, so dass auch ein generell eher fragwürdiges Stil-Element wie das Schlagzeugsolo mit Samba-Attitüde bei „Lobster In The Fog“ gelingt. Well done, Mr. Boa!

Anspieltipps:

  • Want
  • Loyalty
  • Under A Bombay Moon Soon
  • Lobster In The Fog

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