Sun And The Wolf - White Buffalo - Cover
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Sun And The Wolf White Buffalo


  • Label: TV-Eye Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Neuseeländer machen in der deutschen Hauptstadt psychedelische Rockmusik. Das passt.

Wenn man einmal vom Profi-Fußball absieht, ist Berlin ein Traumstandort für Jedermann. Vom Großkonzern bis zum unabhängigen Künstler gibt es für jeden etwas vom leckeren Hauptstadt-Kuchen. Die immer arme, aber, laut Oberbürgermeister Wowereit, attraktive Stadt bietet in sämtlichen Feldern eine Vielfalt, die den Rest Europas vor Neid erblassen lässt. Allein die Musiker tun sich noch immer schwer, wenn sie denn auch aus Deutschland kommen, dass Zepter an sich zu reißen und mit ebenso groß angelegten Produktionen wie der Stadt in der sie musizieren daherzukommen. Da kommen Sun And The Wolf aus Neuseeland gerade recht, um ausgerechnet mit Psychedelic-Rock eine der wenigen deutschen Metropolen wachzurütteln.

Mit einer ähnlichen Wucht, wie sie schon Wolfmother an den Tag gelegt haben, wollen die vier Wahl-Berliner von Sun And The Wolf nicht glänzen. Das Quartett schaltet einen Gang runter und genießt die Kurven von staubigen Straßen und macht auch mal für ein auditives Lagerfeuer halt. Wem das zu viel Metapher ist, für den gibt es auch noch Tacheles. Akustik-Balladen („Save Me“) treffen sich mit Psychedelic-Rockern („Oh My Lord“), die aber nur Begleiterscheinungen zu mehr als gelungenen Hymnen. Diese spielen, wie zum Beispiel „You“ und „Crocodile“ mit ihrer orientalisch psychedelischen Ader, die authentisch und mitreißend zugleich wirkt, anstatt Hörer zu vertreiben. So trocken Sun And The Wolf ihren Stil beibehalten, so benutzerfreundlich bieten sich ihre hymnisch anmutenden Singles an.

Sun And The Wolf sind nicht einfach nur ein ansprechender Debütant in der weiten deutschen Musiklandschaft und der Talentschmiede Berlin. Sie sind eine erwachsene Antwort auf Erfolgsgaranten wie Queens Of The Stone Age und Wolfmother. Hier wird nicht mit brutaler Kraft, sondern mit trockener Souveränität der Hörer ins Boot geholt. Anstatt frickelnder Luftgitarren, schnappt man sich den nächstbesten fahrbaren Untersatz und lässt sich den Wind um die Nase wehen. Diese Musik verkörpert Freiheit, die über den Dingen steht.

Anspieltipps:

  • Save Me
  • Crocodile
  • You

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