Mnemic - Mnemesis - Cover
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Mnemic Mnemesis


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Meshuggah spucken auf ihre Wurzeln. Das Resultat: Future Fusion Metal für die ganze Familie.

Es gab eine Zeit, da waren Meshuggah der heißeste Scheiß nach dem Ipod und HD-Fernsehen. Die Verschmelzung zwischen rhythmischer Intensität a la Meshuggah und der melodischen Komponente eines Fear Factory-Outputs ließ viele Metalherzen höher schlagen. Ein kompromissloses Biest war geboren, dessen Krallen urplötzlich mit dem vierten Album „Sons Of The System“ (01/2010) geschnitten und auf Massentauglichkeit zielend gefeilt wurden. Guillaume Bideau (Gesang), Mircea Gabriel Eftemie (Gitarre, Keyboard), Victor-Ray Salomonsen Ronander (Gitarre), Simone Bertozzi (Bass) und Brian Larsen (Schlagzeug) haben damit aber scheinbar keine Probleme, denn „Mnemesis“ führt diesen Weg unbeirrt fort und setzt sogar noch einen großen Haufen Gleichgültigkeit oben drauf.

Die Grundidee eines jeden Mnemic-Tracks, nämlich den Hörer mit massivem Druck einen Killergroove in die Ohrmuschel zu blasen, ist zwar gleich geblieben, jedoch vergessen der zwischen Taproot-Klargesang, tiefem Spoken Word-Gebrumme und bissigen Screams pendelnde Bideau, sowie seine übrigen Mitstreiter darauf, dass es nicht reicht ein Schlagzeug/Riff/Bass-Gebilde in Endlosschleife auf den Hörer regnen zu lassen, dieses permanent mit derselben Struktur zu versehen und U2-taugliche Refrains anzubieten, sondern das unter dem ganzen Gedresche, Gepolter und Geschrei auch noch irgendwo eine Seele oder zumindest eine spannende Idee zu finden sein sollte. Nach „Mnemesis“ keimt jedenfalls der Verdacht, die Truppe hätte keinen Bock gehabt mehrere Kompositionen für einen Longplayer zu schreiben, sondern hat sich lediglich zehn verschiedene Riffmuster und einen Songbauplan überlegt, was dann einfach auf Albumlänge gestreckt wurde.

Gerade einmal „Pattern platform“ schlägt etwas derber in die Saiten, „I´ve been you“ hantiert passend mit tonnenschweren Grooves und Good Charlotte-Harmonien und das balladeske „There´s no tomorrow“ lässt aufgrund des tollen Gesangs von Bideau aufhorchen, doch wenn das restliche Material als ein einziger Skip-Kandidat deklariert werden muss, dann helfen selbst vereinzelte Lichtblicke nicht mehr viel. Von der ehemaligen Sensation, die progressive Elemente mit melodischen Versatzstücken und anarchischen Ideen in einen zupackenden Rhythmus wälzte, ist auf „Mnemesis“ nichts mehr zu hören. Viel mehr wirken Mnemic wie eine leeres Gefäß, das sich niemand wegzuschmeißen traut. Es könnte ja noch ein kleiner Funke der Vergangenheit darin schlummern.

Anspieltipps:

  • I´ve Been You
  • Pattern Platform
  • There´s No Tomorrow

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