Japandroids - Celebration Rock - Cover
Große Ansicht

Japandroids Celebration Rock


  • Label: Polyvinyl/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwei Kanadier auf ihrem Durchmarsch in Richtung ewigem Punk/Noise/Rock-Olymp.

Beim 2006 gegründeten, kanadischen Duo Japandroids greift der Leitsatz, mit wenigen Mitteln das absolute Maximum zu erreichen. Brian King (Gesang, Gitarre) und Dave Prowse (Gesang, Schlagzeug) verzichteten mehr oder weniger aus Bequemlichkeit auf die Suche nach einem Leadsänger und teilten sich fortan den Job am Mikro, während die unglaublich druckvolle Gitarre und das treibende Schlagzeug die Grundlage für diesen energetischen Sound liefern, der 2009 in Form des Debüt-Longplayers „Post-Nothing“ hochgelobt einschlug. Zwischen 2009 und 2010 ging es für die beiden mit mehr als 200 Shows in über 20 Ländern auf eine ausgiebige Konzertreise, wodurch ihr furioser Ruf in so ziemlich jeden Teil der Erde drang. Nach dem Re-Release ihrer frühen EP‘s, vereint auf der Compilation „No Singles“, steht nun der zweite Langspieler „Celebration Rock“ in den Regalen und setzt den Titel scheinbar mit Leichtigkeit musikalisch um.

Genau wie das Debüt verfügt auch „Celebration Rock“ über acht Songs und weist eine Spieldauer von ca. 36 Minuten auf. Es glänzt erneut mit dieser unverwechselbar losgelösten Energie, der vor Schweiß triefenden Freude an der Wildheit im Rock und hat Noise-Elemente, die so wunderbar in Hymnen aufgehen - roh und zwingend. Doch das Zweitwerk geht eine Stufe weiter und lässt nun wirklich keine Sekunde mehr aus, um dem Hörer an den Hals zu springen, gleichzeitig aber straffer zentriert. In dem zeitweise schmerzlichen Feedback-Gewitter des The Gun Club-Covers „For The Love Of Ivy“ gleicht die Euphorie noch einem fiesen Tritt in den Magen, doch nicht nur als ausgeprägt dunkel beseelter Geselle ist diese Erfahrung durchaus freudvoll.

Immerhin ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur „Evil´s Sway“ zum befreit rasanten Punk abgebogen, sondern auch das folgende „Adrenaline Nightshift“ ein Ohrwurm vor dem Herrn. Nur ausgewählte Menschen haben da noch ihre Hände in den Taschen und den Körper in zusammengesackter Ausdruckslosigkeit in die Couch gepresst. Die Anzahl derer wird ohnehin immer übersichtlicher, wenn die Japandroids besonders in der zweiten Hälfte eine unglaubliche Perfektion an rastlosem Rhythmus, sirenen-artiger Melodien und Endorphin-Ausschüttung galore hinlegen. „Younger Us“ liefert den Chor-Gesang wie gemacht für die Live-Clubs dieser Welt gleich mit, während „The House That Heaven Built“ die Kunst des unsterblichen Gitarren-Riffs zelebriert und „Continuous Thunder“ zum ersten und letzten Mal das Tempo drosselt, dabei aber keinesfalls an Deutlichkeit verliert. So deutlich, wie die Gesamtheit und Essenz von „Celebration Rock“ im wahrsten Sinne des Titels das Album vollends beherrscht.

Anspieltipps:

  • Evil´s Sway
  • Adrenaline Nightshift
  • The House That Heaven Built
  • Continuous Thunder

Neue Kritiken im Genre „Punkrock“
Diskutiere über „Japandroids“
comments powered by Disqus