The Ordeal - Descent From Hell - Cover
Große Ansicht

The Ordeal Descent From Hell


  • Label: Dust On The Tracks/INTERGROOVE
  • Laufzeit: 61 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Kniefall vor der Vergangenheit des Melodic Metal, der keinerlei Überraschungen für die Zukunft parat hat.

Die Ausdrücke Progressive und Avantgarde haben mit Alterserscheinungen zu kämpfen. Liest man in Genre-Beschreibungen von eben diesen Vertretern, denkt man an spacige Keyboards und Synthesizer, die mit Classic-Rock-Soli um die Wette eifern. Vor zwei Dekaden war solche Musik auf die Zukunft ausgelegt. Heute ist es so, als würde man die Welt aus Orwells „1984“ immer noch als modern betrachten. Genau dies trifft auch auf die öfters als progressiv angesehenen Hannoveraner von The Ordeal zu.

Mit heruntergelassenem Visier und keinerlei Ambitionen den Metal auf eine neue Stufe zu heben, wird auf traditionellen Hardrock und Heavy Metal gesetzt. Das ist in erster Linie gar nicht als Kritik gedacht, sondern mehr zur Aufklärung des Hörers. Die fünf Männer aus der niedersächsischen Landeshauptstadt sind fest solchen Größen wie Iron Maiden verschrieben und setzen auf die ganz großen Refrains und ausufernde Gitarrensoli. Dabei werden alle Lieder handwerklich astrein zusammengestellt. Allerdings wirkt alles tatsächlich so sehr nach einem Baukastenprinzip erstellt, dass die unerwarteten und musikalisch großen Momente ausbleiben. Selbst das Peter Gabriel-Cover „Here Comes The Flood“ verliert inmitten des homogenen Klangs der Gruppe seine Eigenheit.

Der Erfolg spricht für die Band, die eine Dokumentation im Fernsehen und eine China-Tournee vor sich hat. Ihr Programm ist zumindest solide Unterhaltung und manchmal ist eine gute Show mehr wert, als großartige Melodien. Der Musik zu Liebe muss sich The Ordeal jedoch hinterfragen, ob sie mit ihrem gewählten Stil noch jemanden hinter dem Ofen hervorlocken können. Ihr Anspruch liegt zurzeit lediglich auf Rezitierung der großen Helden, anstatt Ansprüche auf eigene Balladen zu stellen, die man einst über sie schreiben könnte.

Anspieltipps:

  • Dragon Tears
  • Second Sun
  • Descent From Hell

Neue Kritiken im Genre „Melodic Metal“
Diskutiere über „The Ordeal“
comments powered by Disqus