Whitechapel - Whitechapel - Cover
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Whitechapel Whitechapel


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Kaltblütig wie immer, mit einem Spritzer Gelassenheit verharren Whitechapel auf ihrem Platz im heiß umkämpften Deathcore-Genre.

Phil Bozeman (Gesang), Alex Wade (Gitarre), Ben Savage (Gitarre), Zach Householder (Gitarre), Gabe Crisp (Bass) und Ben Harclerode (Schlagzeug) sind unzufrieden mit dem Ergebnis hinter dem letzten Schlagbolzen „ A New Era Of Corruption“ (06/2010). Jedes Mitglied durfte einen oder mehrere Tracks beisteuern, das Songwriting innerhalb der Band als gemeinsame Tätigkeit war außer Kraft gesetzt. Das hat sich mit dem vierten, unmissverständlich selbstbetiteltem Album nun wieder geändert und Whitechapel treten nicht nur auf der Bühne oder auf Platte als geschlossenes Kollektiv auf. „It´s good to know that when we work together we´re at our finest” heißt es prompt und „This is our favourite record“-Chöre stimmen mit ein.

Man wird es vielleicht schon ahnen, aber Whitechapel machen noch immer bitterbösen, mitten-in-die-Fresse-schlagenden Deathcore, der sich gewaschen hat und untermauern damit einmal mehr ihre Stellung als technisch versierte, vorwärts denkende Truppe, die nicht umsonst zur Speerspitze des Genres gehört. Fans bekommen mit dem Opener „Make it bleed“ die heiß ersehnte, zwischen Donnergrollen und leisen Zwischentönen pendelnde „Wir sind zurück“-Message und für pingelige Gourmets hat der Knoxville-Sechser Grindcore-Hackschnitzel mit Doublebassgratin („(Cult)uralist“) oder kehlezuschnürendes Groove-Carpaccio („I, Dementia“) auf der Speisekarte, die ganz vorzüglich mit dem Dessert, einem von sanftmütigen Klaviermollakkorden eingeleiteten, hochmelodischen Schlagzeug/Gitarrensoufflee, harmonieren.

Dazwischen beschränken sich Whitechapel leider auf die altbekannte Trennkost aus durchwachsenen Breakdown trifft Knüppel aus dem Sack-Kompositionen („Section 8“), zerfahrenen Prügeleskapaden („Hate creation“) und standardisiertem Technikgeballer („Faces“, „The night remains“), die nur am Rande versucht neue Territorien zu erschließen („Dead silence“) oder fulminante Grooves und erinnerungswürdige Ideen erst ganz zum Schluss präsentiert („Possibilities of an impossible existence“). Die Fans werden dennoch zufrieden sein, immerhin kann von „Whitechapel“ nicht behauptet werden, es wäre ein Rückschritt oder gar schwächer als sein Vorgänger. Die Herrschaften Bozeman & Co. müssen nur aufpassen, dass sie der Spagat aus massiven Grooves und Hochgeschwindigkeitsrausch unter Beibehaltung der Genre-Trademarks mit nur minimalen Änderungen nicht in die Beliebigkeit katapultiert, denn wie jeder weiß: Die Konkurrenz schläft nicht.

Anspieltipps:

  • Devoid
  • I, Dementia
  • (Cult)uralist
  • Make It Bleed

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