Sonata Arctica - Reckoning Night - Cover
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Sonata Arctica Reckoning Night


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 54 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein bislang unerreichter Meilenstein in der Diskographie der finnischen Power Metal Band.

Wenn man sich vor Augen hält, dass der Power Metal gegen Ende des 20ten Jahrhunderts seinen zweiten Frühling erlebt hat, dann fallen unausweichlich die Namen einiger Bands, welche die Idee des Genres vorantrieben. Einer der großen Protagonisten der 00er-Jahre sind da sicherlich auch Sonata Arctica, einige finnische Jungs, die zeigen wie viel noch aus dem Genre raus zu holen ist. Dabei geht es Sonata Arctica nicht darum, dass Genre umzukrempeln, sondern an ihren eigenen Maßstäben gemessen zu perfektionieren. Als Vorbilder gibt man natürlich wie immer Helloween oder Stratovarius an. In Wirklichkeit dauert es nicht lange, bis sich solche Referenzen in Schall und Rauch auflösen und die Musiker aus der Hafenstadt Kemi einen eigenen Charakter formen. Das zieht Nachahmer und Plagiate nach sich. Das Original bleibt jedoch das Original und bietet eine echte Alternative zu anderen Bands des Genres. Mit „Reckoning Night“ haben sie eindeutig ihren Zenit erreicht. Zenit bedeutet, dass nichts zuvor und danach, was die Band abliefern konnte, an dieses Werk anknüpfen vermag. Und genau das macht jenes Album zu einem echten Genreklassiker des immer noch jungen neuen Jahrtausends.

Los geht’s mit „Misplaced“, welches fast AOR-mäßig losrockt und abrupt unterbrochen wird, nur um einem anderen Weg zu folgen. Zusammen mit „Ain't Your Fairytale“, dem hochmelodischen „My Selene“, einem leicht proggigen Dampfhammer „Wildfire“ und dem mittlerweile als Fanliebling etablierten „Don't Say A Word“ wird hier das für die Band Sonata Arctica beliebte und bewährte Power Metal Muster eingesetzt. Hypermelodisch, mitreißend, voll mit kleinen Details und ohrwurmig ohne Ende perfektionieren Tony Kakko und seine Mitstreiter ihre eigene Art und Weise an das Genre heranzugehen. „Blinded No More“ ist dann schließlich ein geerdeter und moderner Rocksong, der sich in die Gehörgänge stampft. Oftmals übersehen ist dieses Kleinod vielleicht sowas wie der heimliche Star in der Tracklist des Albums.

Bei „The Boy Who Wanted To Be A Real Puppet” und dem nicht hoch genug einschätzbaren „White Pearl, Black Oceans” hat man es mit progressiven Epen zun tun, wie sie die Band nie mehr schreiben konnte. So komplex sich die beiden Songs auch im Portfolio einer Power Metal Band geben, so selbstverständlich und natürlich wirken sie dabei. Songwriting ist hier ein hohes Ideal und das zahlt sich am Ende aus. Nicht umsonst ist zumindest „White Pearl, Black Oceans“ DER Vorzeigesong von Sonata Arctica und quintessentiell für das Schaffen jener Band vor und nach dem Album „Reckoning Night“. Und mit dem akustischen „Shamandalie“ beweisen Sonata Arctica, dass sie Meister im Bereich der (Power-)Ballade sind.

Ob nun die sehr progressiven und/oder experimentellen Unia und Stones Grow Her Name oder das in Ansätzen ähnliche The Days Of Grays, welches eventuell sogar als spiritueller Nachfolger von „Reckoning Night“ gehandelt werden kann: Sonata Arctica legen mal eben einen Meilenstein für das gesamte Genre. Die Mischung aus einem exzellentem Gespür für Melodie und einer gehörigen Portion Bombast gekoppelt mit hervorragender Leistung am Instrument und Mikrofon macht dieses Album zu einem ganz besonderen und wichtigen Erlebnis. Ein Klassiker halt. Jeder, der auch nur ansatzweise etwas mit Power- oder Symphonic Power Metal etwas anfangen kann, sollte „Reckoning Night“ unbedingt im Regal stehen haben.

Anspieltipps:

  • Blinded No More
  • The Boy Who Wanted To Be A Real Puppet
  • My Selene
  • White Pearls, Black Oceans
  • Shamandalie

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