Silversun Pickups - Neck Of The Woods - Cover
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Silversun Pickups Neck Of The Woods


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Seltener als bisher brechen bei den Silversun Pickups die Gitarren dominierend aus. Stattdessen kommen elektronische Beigaben und ein elegant glatter Sound samt einiger Hits zum Zuge.

Das amerikanische Quartett um Sänger/Gitarrist Brian Aubert legte schon mit der Debüt-EP „Pikul“ (2005) ein beachtliches Werk voller Alternative-Rock Spielfreude hin. Gepflastert von vor allem in der Heimat erfolgreichen Singles, wie „Panic Switch“ und „Lazy Eye“, die bis heute nichts von ihrer Klasse verloren haben, erscheinen die zwei bisherigen Alben „Carnavas“ (2007) und „Swoon“ (2009), wobei vor allem Letzteres auch in Europa zündet und nicht zuletzt von umjubelten Konzerten in hiesigen Gefilden profitiert.

Wie im späteren Karriereverlauf der Smashing Pumpkins, mit denen die Silversun Pickups oft verglichen werden, scheint nun auch der Pop und die Elektronik vermehrt im Soundpool der Kalifornier angekommen zu sein. Zumindest weist das von Garrett „Jacknife“ Lee (u. a. U2, R.E.M., Snow Patrol) produzierte Drittwerk „Neck Of The Woods“ genau in diese Richtung. Zwar punktet der Opener „Skin Graph“ noch im Stile eines „Panic Switch“, nur das lediglich am Ende die einst noch so geliebten, drückenden Gitarren-Riffs hervorkommen und dabei auf Albumlänge einen wichtigen Anteil im Sound der Silversun Pickups vermissen lassen. Schließlich war das Wechselspiel aus sanften Strophen und ausbrechenden, verzerrten Elementen das Erfolgsgeheimnis. Nun kehrt nicht nur die Vorab-Single „Bloody Mary (Nerve Endings)“ in Dream Pop-Gefilde ein, die eher sakral als rockig den Hörer umgarnen. Das ist keineswegs schlecht, nur eben vermehrt ohne den Gegenpart und somit zeitweise recht belanglos.

„Busy Bees“ dagegen fasziniert mit einer progressiven Rhythmik, die für ein gewachsenes Bandgefüge spricht und Brians nach wie vor überaus charmante Stimme in wirbelnde Drums und differenzierte Gitarrenklänge bettet. Direkt folgend macht „Here We Are (Chancer) in dieser ausgereiften Melange weiter und spendiert dem Longplayer ausgebreitet Electro-Beats. Auch „Simmer“ präsentiert sich ausgefuchst samt herausragend dynamischem Ende. Da lässt sich manch Belanglosigkeit gut verschmerzen und gelingt auch eine tolle Pop-Nummer, wie das leicht in Electro-Pop abgleitende „The Pit“.

Anspieltipps:

  • Bloody Mary
  • Busy Bees
  • The Pit
  • Out Of Breath

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