The Flower Kings - Banks Of Eden - Cover
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The Flower Kings Banks Of Eden


  • Label: InsideOut/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch nach fünf Jahren Pause schaffen es die Schweden nicht die Routine durchzubrechen. Mal wieder nichts Neues und mal wieder macht das Hören trotzdem Spaß.

Fünf Jahre Pause können dem Sound der Flower Kings nichts anhaben, denn bereits nach wenigen gespielten Noten ist die Band klar wieder zu erkennen. Sind sie so berechenbar? Ein größeres Ja und ein kleines Nein. Hauptproblem bei vielen Bands ist, dass sie gewisse Lieblingsstrukturen, sozusagen Standardeinlagen entwickeln, die immer wieder in der Musik auftauchen. Einerseits sind dies Wiedererkennungsmerkmale, andererseits ein vorhersehbares und damit unter Umständen langweiliges Musikelement. Der Retro-Prog der Flower Kings hat auch solche Elemente, aber was sie unverwechselbar macht ist das Zusammenspiel dieser versierten Musiker, das allgemein einen spezifischen Charakter versprüht. Gepaart mit den komplexen, vielseitigen Kompositionen und vielen Melodien entsteht trotz dieses einheitlichen Klangs genügend Gehirnfutter für den Hörer.

Bei den Königen der Blumen wird geklotzt und nicht gekleckert. (Wer nicht weiß wieso die Jungs so heißen, der gucke sich einen Liveauftritt an, besonders die Hemden einiger Bandmitglieder.) Wo andere Prog-Bands sich das Vorzeigestück fürs Ende aufheben und mit den Stücken davor versuchen die Spannung aufzubauen, stellen die Flower Kings ihr 25minütiges Überstück „Numbers“ gleich an den Anfang. Zweifelsfrei das beste Stück des Albums, das ein aus mehreren unterschiedlichen Teilen zusammengesetztes Medley ist, welches meist unaufgeregt melodisch dahingleitet und nur gelegentlich das Tempo anzieht, bevor es jazzig elegisch weitermacht. Bandleader Roine Stolt versprüht mit seinen phänomenalen Gitarrensoli besonders viel Energie, was auch auf dem Rest des Albums auffällig ist.

Ach ja, genau, der Rest. Nach diesem starken Antritt sind die vier anderen Kompositionen wie eine CD Füllmaßnahme. Sie erreichen weder das Niveau noch die Qualität von „Numbers“. Bei weitem keine schlechten Stücke, denn jedes hat angenehme Seiten und Momente zu bieten, die sich entsprechend nett und locker hören lassen, aber eben ein Spiegelbild älterer Songs sind. Wie sagt man doch so schön im Englischen: more of the same. Der Trend der Flokis, wie sie gerne abgekürzt werden, scheint tatsächlich zu weniger komplexen, mehr melodisch lockeren Rocksongs zu gehen, die kleine Spielereien als Progbeilage beinhalten. Eine kleine Überraschung auf „Banks Of Eden“ gibt es dann doch mit dem verzerrten, elektronisch klingenden Gesang auf „Pandemonium“, aber das war es dann auch mit den Neuigkeiten. Der zweite ordentliche Song des Albums ist „Rising The Imperial“, übrigens die Variation eines Themas aus dem ersten Stück.

Die Pause und das Austoben einiger Bandmitglieder bei anderen Projekten (Transatlantic, Agents Of Mercy, Karmakanic, Eggs & Dogs) hat den Flower Kings nicht geschadet, aber auch nicht wirklich viel gebracht. „Banks Of Eden“ ist in der typischen musikalischen Zusammensetzung verhaftet, klingt dafür ziemlich locker und unbeschwert, als ob die Schweden ohne große Vorüberlegungen, ohne bestimmte Ziele, einfach mit Freude zusammen Musik kreieren wollten. Die Herangehensweise war vielleicht anders, das Endergebnis bleibt das Gleiche. Die Routine durchzubrechen haben sie nämlich nicht geschafft. Das verrückte ist, egal wie viel man an „Banks Of Eden“ rumzumäkeln versucht, es lässt sich nicht leugnen, dass die vielen melodischen und harmonischen Noten einfach Spaß machen beim Zuhören. Die Fans dürften also trotz mangelnder Erneuerungen zufrieden sein.

Anspieltipps:

  • Numbers
  • Rising The Imperial

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