Yellow Fried Chickenz - Yellow Fried Chickenz I - Cover
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Yellow Fried Chickenz Yellow Fried Chickenz I


  • Label: Gan-Shin/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
8.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Anbruch einer Ära oder Abschiedsgeschenk für die europäischen Fans?

Nach zwei Europatourneen erscheint das im März 2012 in Japan veröffentlichte Debütalbum der Yellow Fried Chickenz nun auch in Europa. Ganz neu wird das Songmaterial den deutschen Fans nicht sein, da viele der Songs bereits auf ihrer zweiten Tournee gespielt wurden.

Generell bietet die Band ein starkes Line-Up aus guten, bekannten Musikern und damit hohes musikalisches Potential. Kopf ist Sänger und Songwriter Gackt, wahrscheinlich einer der weltweit bekanntesten japanischen Musiker, der sich für seine unverkennbare Stimme und seine musikalische Flexibilität bekannt ist. Jon Underdown (fade) unterstützt zudem in den Vocals. Shinya (Luna Sea) am Schlagzeug, You und Chachamaru sowie Takumi (unter anderem Support für Miyavi und Sugizo) an den Gitarren sowie U:ZO (Rize) am Bass vollenden das Line-Up. Was man daraus auch lesen kann, ist eine starke Gitarrenlastigkeit, die nicht nur zu deutlicher Rockmusik führt, sondern auch zahlreiche begeisternde Gitarrenriffs im Verlauf des Albums mit sich bringt.

Gesanglich bleibt nichtsdestotrotz eine poppige Note enthalten, womit einmal mehr funktionierende Stilrichtungsmischungen bewiesen wären. Schade ist dabei nur, dass Gackt sich vor allem in den schnelleren Songs stimmlich stark zurückzunehmen scheint, man ist da einiges mehr von ihm gewohnt. Jon, der auf dem Debüt von fade („Kings of Dawn“, 12/2011 digital in Europa erschienen) durchaus ebenfalls mit starken Solovocals begeistern konnte, übernimmt größtenteils leider mehr eine Rolle der Zweitstimme, steuert Harmonien und Backing Vocals bei und verschwindet damit vor allem weil seine Stimmfarbe sich stark von der Gackts unterscheidet im Hintergrund. Sicherlich setzt sich damit gleichzeitig ein durchaus starker Kontrast und gleichzeitig auch neue Stilmöglichkeiten wie Shouts oder Rapparts, aber ob sich die beiden Sänger damit nicht auch ein wenig gegenseitig herunter ziehen bleibt in Frage zu stellen. Herausragend sind allerdings wie von Gackt gewohnt die Balladen des Albums. Man hat ein wenig das Gefühl, dass sich hier nun doch die volle Stimmgewalt des Sängers auslebt und das darin transportiere Gefühl schafft es so mühelos auf den Hörer überzuspringen.

Wer die Messlatte für diesen Silberling bei Gackts bisherigen Werken anlegt, wird leider eher enttäuscht werden. Sicherlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass Gackt immer noch federführend ist, doch nimmt er sich im Vergleich zu seiner Solokarriere in diesem Projekt doch musikalisch eher zurück, was ihm und den Songs einiges an potentiellem Glanz nimmt. Nimmt man diese Erwartungshaltung jedoch, möchte man von einem durchaus soliden Newcomeralbum sprechen.

Leider gaben die Bandmitglieder noch vor der europäischen Veröffentlichung ihre Trennung nach dem am 04. Juli 2012 stattfindenden Konzert bekannt, das zeitgleich Gackts Geburtstagskonzert und den Abschied von den Fans darstellt. In diesem Zuge kann man den einzelnen Mitgliedern, die aus ihren anderen Projekten durchaus keine unbekannten Gesichter der Szene sind, nur wünschen, dass sie sich in Zukunft ihren Wünschen entsprechend musikalisch weiterentwickeln können und man in Zukunft auf anderem Wege weiter von diesen durchaus talentierten Künstlern hören wird.

Anspieltipps:

  • Circle
  • Saishutsukoku Countdown
  • You Are The Reason
  • All My Love

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