Dying Fetus - Reign Supreme - Cover
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Dying Fetus Reign Supreme


  • Label: Relapse Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mögen die Ohren bluten, Genicke brechen und sich die Naturgewalt Dying Fetus noch lange vom Blut eurer unschuldigen.... Ach, was! Das Teil groovt einfach wie Sau!

Was? Kein Besetzungswechsel? Irgendwas muss Grunzglatze John Gallagher (Gesang, Gitarre) richtig gemacht haben, damit Sean Beasley (Bass) und Trey Williams (Schlagzeug) erneut für Dying Fetus in den Ring steigen. Führt man sich das siebente Langeisen „Reign Supreme“ der amerikanischen Death Metal-Institution zu Gemüte, zeigt sich außerdem, dass der Dreier nicht nur eine innige Freundschaft beim Biervernichten aufgebaut, sondern auch den Songwritingprozess als Einheit absolviert hat. So präzise, fuchsteufelswild und kompakt hat man die Herrschaften aus Maryland schon lange nicht mehr erlebt und die Vorgänger waren schließlich schon technische Groove-Kapazunder vor dem Herrn.

„The last album had some groove in it, but was basically a lot of tech. This one is a return to form of older Fetus albums, so to speak – more modern production, though, of course. Everything´s tight, the sound is crushing, the drums are amazing.” berichtet Samtstimme Gallagher. Hach ja, die Drums! Was Williams auf „Reign Supreme“ an wahnsinnigen Blastbeats, Fills und Hochgeschwindigkeitsexkursen aus seinen Fellen knüppelt ist nicht nur anbetungswürdig, sondern bereits einer von mehreren Gründen, sich den neuesten Streich der Todesbleikapelle zuzulegen. Ohne die absolut makellose, alles dem Erdboden gleich machende Produktion von Steve Wright (Slipknot, Misery Index), die selbst in Stahlbetonwänden massive Dellen verursacht, wäre das Abrisskommando Dying Fetus allerdings nur halb so erfolgreich, bringt man sich z.B. noch einmal die unterkühlte Stimmung des Vorgängers „Descend Into Depravity“ (09/2009) zu Gehör.

Den größten Anteil am Gelingen des brutalen Vorschlaghammers haben demnach die Songs an sich. Hier wird selbst im kürzesten Track nicht an Abwechslung gespart („Invert the idols“) und wenn sich zur durchschnittlichen Laufzeit von 4 ½ Minuten pro Nummer beinahe jedes Mal ein ganz eigener Groove plus eine mehr als erinnerungswürdige Passage dazu gesellt, werden nicht von ungefähr Erinnungen an „Destroy The Opposition“ (10/2000) wach. Beispiel gefällig? Lassen wir einmal das gnadenlos geniale Schlagzeugspiel von Williams (Anspieltipp hierfür „Second skin“), Gallaghers typische, wie die Faust aufs Auge passende Grummel/Grunz-Ausflüge und das nach verbrannten Fingerkuppen riechende Riffing beiseite, bleiben noch saftige Ausbrüche in Hardcore-Gefilde („In the trenches“), Bassläufe und kurze Soloparts, die Maulsperren verursachen („Devout atrocity“), melodische Einheiten, die sich nahtlos in das apokalyptische Geschehen einordnen („Revisionist past“), Kataklysm-ähnliche Hyperblast-Hooklines, die jeden Moshpit zu einem blutigen Gemetzel machen („The blood of power“) und zwischen schleppendem Midtempo und rasendem Berserker pendelnde Tracks über („Subjected to a beating“), die keine Fragen bzgl. des extrem hohen Niveaus von „Reign Supreme“ offen lassen.

2012 dürfte definitiv DER Jahrgang für den Death Metal werden, denn nachdem sich bereits Aborted („Global Flatline“), Asphyx („Deathhammer“), Cannibal Corpse („Torture“), Cattle Decapitation („Monolith Of Inhumanity“), Nile („At The Gate Of Sethu“) und Napalm Death („Utilitarian“) mit ihren neuesten Werken übertroffen haben oder zumindest konstant hochwertig geblieben sind, Six Feet Under mit „Undead“ zu alter Form gefunden und Goatwhore ihrem Black/Death-Crossover ein weiteres Juwel hinzugefügt haben („Blood For The Master“), enttäuschen nun auch Dying Fetus keineswegs, sondern legen ein meisterhaft packendes Stück Todesblei vor, auf dessen Level die Herrschaften gerne länger verweilen können.

Anspieltipps:

  • Second Skin
  • Revisionist Past
  • In The Trenches
  • Devout Atrocity
  • Subjected To A Beating

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