Turbonegro - Sexual Harassment - Cover
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Turbonegro Sexual Harassment


  • Label: Volcom/ALIVE
  • Laufzeit: 33 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Please shake your shit machines while I get erection: Die Deathpunk’n’Roll-Schwerenöter aus Norwegen sind zurück!

Über kaum ein anderes Thema wurde in den vergangenen Wochen in der Musikpresse häufiger berichtet: Das von allen Turbojüngern dieser Welt herbeigesehnte Comeback von Oslos Finest: Turbonegro.

Die norwegischen Deathpunk’n’Roll-Schwerenöter treten fünf Jahre nach dem lauen „Retox“-Album (06/2007) mit einem Sänger an. Tony Sylvester (39) löst den im Juli 2010 ausgestiegenen Hank von Helvete (40) ab, der mit seinem Weggang sogar für das zwischenzeitliche Band-Aus sorgte. Doch was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Und so waren die Norweger ein Jahr nach von Helvetes Abgang bereits wieder live am Start und ein weiteres Jahr später liegt mit „Sexual Harassment“ ein frisches, zehn Songs umfassendes Studioalbum der Jeansjackenträger vor.

Neben dem Engländer Tony Sylvester am Mikro, der entfernt an Lemmy Kilmister von Motörhead erinnert, ist auch der blutjunge Schlagzeuger Tomas Akerholdt als neuer Taktgeber bei Turbonegro eingestiegen, die damit eine erhebliche Blutauffrischung erhalten haben, die wohl auch nötig war. Dennoch sind sich Turbonegro treu geblieben. Auf den Sound hat sich der Personaltausch jedenfalls nicht sonderlich ausgewirkt. Die alten Punk’n’Roll-Wurzeln (zehn Songs in 33 Minuten) werden gehegt und gepflegt und um die eine oder andere neue Hymne erweitert, allerdings ohne eine höhere Stufe zu erklimmen oder an Kultwerke wie „Ass Cobra“ (1996) oder „Apocalypse Dudes“ (1998) heranzureichen.

Die Songs auf „Sexual Harassment“ kreisen inhaltlich – wie soll es auch anders sein? – um die bekannte Bildsprache über Sex, Jeans, Dudes und Dunkelheit. Musikalisch kann es den fünf Norwegern dabei gar nicht schnell genug gehen. In atemberaubender Geschwindigkeit peitschen dem Hörer Songs wie „I got a knife“, „Hello darkness“ oder „TNA (the nihilistic army)“ um die Ohren, dass diesem kaum Zeit zum Luftholen bleibt. In diesem Fall würde wohl bemerkt werden, dass sich die Songs alle ziemlich ähneln und nichts weiter als derben Streetpunk mit schwuler Lyrik darstellen. Ausreißer wie das im Rock’n’Roll beheimatete „Tight jeans, loose leash“ sind deshalb viel zu selten, wogegen nur zwei, drei schnelle Biere auf Ex helfen. Sei’s drum. Es ist ja nicht erst seit diesem Album so, dass sich der Hörer Turbonegro-Werke schön saufen muss.

Anspieltipps:

  • Rise below
  • I got a knife
  • Mister sister
  • TNA (The nihilistic army)

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