Before The Dawn - Rise Of The Phoenix - Cover
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Before The Dawn Rise Of The Phoenix


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auferstanden aus Ruinen: Die finnischen Dark Metaler wagen einen Neuanfang.

Mit dem Verlassen von Sänger und Bassist Lars Eikind liefen die finnischen Düstermetaller Before The Dawn nicht zwangsläufig in eine Sackgasse, sondern standen vielmehr vor einer Weggabelung. Der cleane Gesang Eikinds machte dann und wann den Unterschied und navigierte die Band klar in die Dark Metal Ecke. Tuomas Saukkonen, zuständig für Growls und Gitarre, und Juho Räihä (Gitarre) mussten ein Kompromiss finden. Mit den zwei Neuzugängen Pyry Hanski (Bass) und Joonas Kauppinen (Schlagzeug) nahm man „Rise Of The Phoenix“ auf und entschied sich bewusst für das Motto „make it or break it“. Die melancholischen Momente von Vorgängern wie „Deathstar Rising“ oder „Soundscape Of Silence“ möchte man zwar nicht vollends missen, jedoch müssen sie mehr oder weniger einer bislang ungewohnten Härte weichen. Also: Weg vom Dark Metal, hin zum Melodic Death!

Dabei liest sich das dramatischer als es wirklich ist. Es kann auch getrost Entwarnung gegeben werden: Before The Dawn sind immer noch Before The Dawn und haben ihre Trademarks keinesfalls über Bord geworfen. In Songs wie „Pitch-Black Universe“, „Perfect Storm“ oder „Throne Of Ice“ (schönen Gruß von Amorphis!) beweisen die Finnen nach wie vor ihr Gespür für erstklassige Melodien. Der Kontrast in Form von cleanen Vocals ist zwar nicht mehr gegeben, doch dafür bombardiert man den Hörer mit ordentlich Doublebass, was seinen Höhepunkt in „Eclipse“ findet. Das ist im Kanon des Gesamtwerks der Band zwar anfangs etwas ungewohnt, funktioniert aber erstaunlich gut. Melodic Death Metal in seiner reinsten Form liefern Before The Dawn nicht unbedingt, aber im Gesamtkontext überwiegen die Elemente denen des Dark Metals dann doch. Mit dem abschließenden „Closure“ besinnt man sich dann doch noch auf seine Tugenden und versucht klar an die Vorgänger anzuschließen.

„Rise Of The Phoenix“ macht seinem Namen alle Ehre. Aus den Trümmern einer Band, lodert die Asche und steigt als neugeborene Feuersäule gen Himmel. Bandchef Saukkonen hätte es sich leicht machen und einfach nach einem Ersatz bzw. Nachfolger von Lars Eikind suchen können. Das Endergebnis ist letztendlich sehr viel kompromissloser und konsequenter: Der hier gebotene Aufstieg des Feuervogels will gar nicht an sein vergangenes Leben anknüpfen, sondern in ganz neue Sphären aufbrechen. Die neu entdeckte Härte steht Before The Dawn gut und man merkt ihnen die Spielfreude an. „Rise Of The Phoenix“ ist sicherlich nicht das Referenzwerk der Jungs aus Suomi, aber fungiert ganz deutlich als Katharsis. Aus der Not wurde das Bestmögliche rausgeholt, der Todesblei ist nichts geringeres als ein beherzter Befreiungsschlag.

Anspieltipps:

  • Phoenix Rising
  • Eclipse
  • Closure

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