The View - Cheeky For A Reason - Cover
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The View Cheeky For A Reason


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Versprechen von Eingängigkeit wird konsequent durchgezogen.

So wie es in der Bibel heißt, dass Moses mit den zehn Geboten vom Berg Sinai hinabstieg, sollte die Legende umgehen, dass irgendwann jemand die Geheimrezeptur für Catchy-Pop-Rock in Großbritannien hat liegen lassen. Seit Oasis, Blur und den frühen Radiohead gesellen sich jährlich Bands auf eine endlos lange Liste von Musikern, die softe Ohrwürmer am Fließband produzieren. Die jüngeren Beispiele wären wohl Keane und Coldplay, aber auch unbekanntere Namen scheinen vom Elixier der Eingängigkeit gekostet zu haben. Dieser Verdacht kommt auch bei The Views viertem Album „Cheeky For A Reason“ auf.

Schön portioniert in Blöcken präsentiert das Album genau jene Einfachheit, für die die meisten Hörer Brit-Pop mögen. „How Long“, „Ab (We Need Treatment)“ und „Hold On Now“ sind drei schnelle Nummern, die mit Scheuklappen ohne Haken und Ösen ihre Ohrwürmer runterspielen. Die berühmten drei Akkorde sind hierbei alles, was die Band braucht, um schnelle, kurzweilige Unterhaltung zu schaffen. Artig produziert, glatt und ohne Widerstand dringen die Lieder so in die Ohren, um dort für Spaß aber keinen bleibenden Eindruck zu sorgen. Gleiches gilt für die anschließenden Stadion-Hymnen und Balladen in Form von „Anfield Road“, „Bunker (Solid Ground)“ und „The Clock“, die vom Klischee in Audiofrom „Piano Interlude“ (der Name ist Programm!) abgerundet werden.

Natürlich erwartet den Hörer zum Abschluss wieder ein schnellerer Block mit Romantik-Rockern („Sour Little Sweetie“) und weiterer geradliniger Unterhaltung („Tacky Tattoo“) und das Programm des Albums scheint transparenter als die geplante Politik der Piraten-Partei. Das ist auf jeden Fall genug für beschwingte Tanzeinlagen, Luftgitarrensoli und das Vergessen von alltäglicher Langeweile, sowie Teenager-Liebeleien. Mehr wollte das Album auch gar nicht erreichen und reiht sich damit eher unauffällig in eine weite Reihe netter Unterhaltung für Zwischendurch über die bis zum nächsten Album schon keiner mehr sprechen wird.

Anspieltipps:

  • How Long
  • Tacky Tattoo
  • Anfield Road

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