Dirty Projectors - Swing Lo Magellan - Cover
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Dirty Projectors Swing Lo Magellan


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Reduzierter in der Instrumentierung und bei den Vocals, doch gewohnt funkelnd in der Gesamtwirkung.

Seit 2003 existieren die Dirty Projectors, eine Band aus Brooklyn mit dem Kopf und musikalischem Querdenker David Longstreth, die mit jedem Longplayer überraschen konnten (u. a. ein nach Erinnerungen eingespieltes Coveralbum der HC/Punk-Heroen Black Flag namens „Rise Above“). Durch „Bitte Orca“ gelang der mittlerweile mit einem festen Gefüge aufspielenden Formation ein beachtlicher Erfolg, welcher im letzten Jahr in einer Zusammenarbeit mit Björk mündete, dabei aber nur absolute Avantgarde-Enthusiasten ansprach. Ganz das Gegenteil ist nun die bereits neunte Platte „Swing Lo Magellan“. Sie kommt ohne Angel Deradoorian (Gesang, Keyboard) aus, dafür aber mit einem gestrafften Format, das Longstreth in seiner Aussage bestätigt: „It´s an album of songs, an album of songwriting.“

Ein HipHop-Beat eröffnet in „Offspring Are Blank“ den Longplayer, wird von elektronischen Verzierungen ins Spielerische gezogen und lebt darüber hinaus von einer explosiven Mischung aus plötzlich hinein schnellenden Gitarren-Riffs sowie der Melancholie in Longstreths herausragender Stimme. Wie hier Electronica, Art-Pop und HipHop verbunden werden, um dann auf einmal Classic Rock der Siebziger aufblitzen zu lassen, ist großes Kino und erlebt eine konsequente Fortsetzung in den kommenden 40 Minuten. Besonders der Auftakt hat es faustdick hinter den Ohren, wirbelnd und doch innehaltend. Nicht mehr ganz so hervorstechend sind die vom Vorgänger bekannten vielstimmigen Vocal-Eskapaden. Eine Eigenschaft, die „Swing Lo Magellan“ jedoch entgegen kommt und so erst eine Folk-Wohltat wie den Titeltrack möglich macht. Zurückgezogen und doch höchst detailliert erklimmt die Akustikgitarre und eine spürbare Wärme die Schwelle zum Hörer.

Sakral geht es bei „Maybe That Was It“ zu, wenn Improvisation auf die klaren Vorstellungen des Masterminds treffen und so bis ins Mark spannend die Etappen eines Songs greifbar machen. Im zweistimmig bezaubernden „See What She Seeing“ passt jede Harmonie, jede noch so ausgeklügelte Rhythmus-Zutat und herrlich herausfordernde wie eingängige Perlen, die es auf diesem Werk zuhauf gibt und damit die Dirty Projectors erneut in den Musikhimmel hebt.

Anspieltipps:

  • Offspring Are Blank
  • About To Die
  • Gun Has No Trigger
  • See What She Seeing

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