Chima - Stille - Cover
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Chima Stille


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Große Worte machen noch kein großes Album.

Am selben Tag an dem das viel erwartete Cro-Debüt in den Plattenläden erscheint, gibt es einen Künstler, der mit einem ähnlichen Stil tiefgründiger erscheinen möchte. Wo der schwäbische Newcomer „Easy“ daherkommt, will Brothers Keepers-Mitglied Chima mit seiner neuen Platte mit großen Wörtern wie Luftschlössern und mentalen Katastrophengebieten zu punkten. Ähnlich wie Cro wird Sprechgesang verpopt und mit ähnlich seichten Soundgebilden umgarnt. Im Fall von Chima, der seine Wurzeln eher im Soul hat, geht der Charme von Hip-Pop leider gänzlich unter.

Leichte Hirnkost wie das Gefühl den ganzen Tag verpennt zu haben („Morgen“), darauf zu achten, dass man einen Tag nicht vergibt ohne zu fühlen (oder aus irgend einem Grund zu merken in „Merkst Du Dich“) und jeder Menge Liebes-Lebenslust („Mariechen“, „Lieb Mich“, „Dich Zu Lieben“) ist das schlichte Programm des Albums. Das ganze geht leicht ins Ohr, muss aber immer hoffen, dass man nicht allzu konzentriert auf die schwachen Texte achtet. Dazu schafft es keines der Arrangements auf Dauer im Ohr zu bleiben und ist Nebenher-Unterhaltung der passiven Sorte. Auf „Stille“ gibt es somit mehr geborene Hintergrundgeräusche, als Tracks die darauf warten gehört zu werden.

Der Titeltrack ist dabei der einzige Track der sphärisch und inhaltlich in einer Weise funktioniert, dass er zu einem Kauf einlädt. Da der Song selber jedoch Single untauglich ist, muss er sich mit elf vergebenen Chancen einen Silberling teilen, der – auch in Anbetracht des Hypes um Cro – schnell wieder in der Versenkung verschwinden wird. Der Stilbruch von Soul zu Plastik-Pop ist auch bei Chima ordentlich schief gegangen und lässt langsam empirisch signifikante Statistiken darüber zu, dass man vom Einheitsbrei endlich Abstand nehmen sollte.

Anspieltipps:

  • Morgen
  • Angst
  • Stille

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