Get Well Soon - The Scarlet Beast O´Seven Heads - Cover
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Get Well Soon The Scarlet Beast O´Seven Heads


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Düster, melancholisch und doch ein echtes Sommeralbum: Das dritte Album von Get Well Soon ist ein „fiebriger Trip im Halbschlaf“.

Man stelle sich einen dunklen Raum, in einer noch dunkleren italienischen Sommernacht vor, in der todtraurige Musiker gemeinsam mit einem Orchester dem Weltuntergang entgegenfiebern und schon weiß man ganz genau wie das neue Album von Get Well Soon klingt.

Get Well Soon, das Projekt des deutschen Musikers Konstantin Gropper, ein Musiklehrersohn aus dem beschaulichen Biberach in Baden-Württemberg. Das neue Studioalbum kündigte Gropper als „Sommeralbum“ an: „Ich mache mich locker. Mal schön fluffig aus der Hüfte und ich hab mal ein bisschen Dolce Vita zugelassen. Aber nur ein bisschen.“

Trotz Hitze und Schwitze ist „The Scarlet Beast O‘Seven Heads“ ein ganz wunderbar morbides Werk geworden. Konstantin Gropper und seine Band haben es nicht nötig, sich in vorgefertigte Indie-Schubladen zu legen. „The Scarlet Beast O‘Seven Heads“ ist en durchgeplantes Kunstwerk, welches zusätzlich die italienische Übersetzung „La Bestia Scarlatta Con Sette Teste“ mit sich trägt. Das große Thema des Albums ist unverkennbar der Weltuntergang und mit einem Augenzwinkern verarbeitet Gropper dies in „Let Me Check My Mayan Calendar“ und bedient sich dabei am Sounddesign verschiedener Soundtracks.

Filmmusikalische Elemente lassen sich über das gesamte Album wieder finden, von „Disney“ bis hin zu epischen Hollywood-Schinken a la Roland Emmerich in „Roland, I Feel You“. Das Ganze ist gemischt mit einer großen Portion Tragik, 80er-Synthie-Melodien („The Kids Today“) und Italo-Western-Stimmung. Ganz berauschend wird es in „A Gallows“ oder dem Abschluss-Track „You Cannot Cast Out The Demons, You Might As Well Dance” (Nomen est omen!).

Immer wieder wird Konstantin Gropper als der deutsche Conor Oberst betitelt, doch so naheliegend der Vergleich auch erscheinen mag, ist er nun auch wieder nicht. Get Well Soon ist dramatischer, opulenter. Die orchestrale Begleitung verleiht der Platte diesen mächtigen Status, weg von der Singer/Songwriter-Mentalität. Ganz klar: Das neue Album von Get Well Soon ist vor allem düster und morbide, doch im Vergleich zu „Vexations“ ein bisschen fröhlicher. Also doch eine Sommerplatte? Es ist auf jeden Fall der perfekte Soundtrack für eine heiße Sommernacht, in der die Welt ganz kurz vor dem Untergang steht.

Anspieltipps:

  • Roland, I Feel You
  • A Gallows
  • You Cannot Cast Out The Demons, You Might As Well Dance

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