Matchbox Twenty - North - Cover
Große Ansicht

Matchbox Twenty North


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Enttäuschendes Comeback zehn Jahre nach dem letzten Studioalbum.

Unglaubliche zehn Jahre liegen zwischen dem US-Release des bis dato letzten Studioalbums von Matchbox Twenty („More Than You Think You Are“) und dem jüngst erschienenen Comebackwerk „North“. Zehn Jahre, in denen der in Deutschland geborene Sänger Rob Thomas (40) als Auftragssongwriter u.a. für Mick Jagger, Santana, Marc Anthony und Willie Nelson sowie als Solokünstler in die Bresche sprang und große kommerzielle Erfolge feiern konnte, aber auch zehn Jahre, in denen sich im Musikbusiness so viel getan hat, dass der ursprüngliche 90er-Jahre-College-Rock/Pop-Sound des Quartetts aus Orlando, Florida inzwischen als antiquiert eingestuft werden kann. Die spannende Frage, die „North begleitet, lautet deshalb: Wie wird die künstlerische Rückkehr der Millionenseller ausfallen? Zurück zum erfolgsverwöhnten Sound von „Yourself Or Someone Like You“ (1997) oder stilistisch neue Türen öffnen und einen Neuanfang wagen?

Im Prinzip lässt sich diese Frage schon nach der Hälfte der 12 Tracks auf „North“ beantworten: Entweder konnte oder wollte sich die Band nicht weiterentwickeln. Denn schon mit dem Opener „Parade“ geht die Reise zurück in eine längst abgehakte Epoche, die sich fest in das Songwriting von Matchbox Twenty eingebrannt zu haben scheint. Nur mit dem Unterschied, dass der Florida-Vierer noch weniger Ecken und Kanten als jemals zuvor in seine Songs einfließen lässt und damit so poppig und radiofreundlich wie nie klingt („Put your hands up“, „Our song“).

Mit „Parade“ gelingt dies sogar noch relativ gut, doch im weiteren Verlauf des Albums entwickelt sich aus dieser weichgespülten Ausrichtung eine alles andere als spannende Angelegenheit, der man nicht durchgehend geneigt ist aufmerksam zuzuhören. So passiert es z.B., dass eine tolle Ballade wie „Sleeping at the wheel“ beinahe untergeht. Denn wäre sie im Umfeld ein paar knackigerer Songs platziert, hätte sie eine noch viel stärkere Strahlkraft als in Reih und Glied mit sowieso schon sanften („I will“) und sehr glatten („Radio“) Popsongs, die in eine extrafette Produktion mit raumgreifenden Orchesterparts gesteckt wurden.

So ist das Ergebnis am Ende ziemlich ernüchternd. Ohne herausragende Songs, neue Ideen und Mut zur Veränderung, recyceln Matchbox Twenty lediglich ihren sattsam bekannten Sound unter dem Deckmantel durchschnittlicher Kompositionen, mit denen das Quartett im Jahr 2012 nun wirklich niemanden mehr kommen muss.

Anspieltipps:

  • I will
  • Parade
  • The way
  • English town
  • Sleeping at the wheel

Neue Kritiken im Genre „Rock/Pop“
6.5/10

Black Gold
  • 2019    
5.5/10

The Versace Experience (Prelude 2 Gold)
  • 2019    
Diskutiere über „Matchbox Twenty“
comments powered by Disqus