The Beach Boys - That´s Why God Made The Radio - Cover
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The Beach Boys That´s Why God Made The Radio


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 39 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein laues Alterswerk zum 50. Bandjubiläum. Soll keiner sagen, dass er wirklich mehr davon erwartet hätte.

50 Jahre The Beach Boys. Das muss gefeiert werden! Und wie ginge das besser, als mit einem neuen Studioalbum und einer großen Tour rund um die Welt? Was kaum jemand für möglich gehalten hat: Aus diesem Traum vieler 60s-Popfans ist tatsächlich Wirklichkeit geworden.

Die Erfinder des Surfer-Pop, mit grandiosen Harmoniegesängen und Melodien für die Ewigkeit, haben sich nach jahrelanger Abstinenz in den berühmten Ocean Way Studios in Los Angeles zusammengefunden und ihr 29. Studioalbum „That’s Why God Made The Radio“ eingespielt. Damit haben Brian Wilson, Mike Love, Al Jardine, Bruce Johnston und David Marks, die sich alle gemeinsam am Songwriting beteiligt haben, die Grundlage für eine Welttournee gelegt, die nicht nur auf die Klassiker der Westcoast-Legenden zurückgreift, sondern auch den einen oder anderen neuen Song präsentiert.

Soviel zu den guten Nachrichten. Danach gilt es allerdings die hohen Erwartungen zu drosseln. Denn die Beach Boys sind keine jungen Hüpfer mehr, die sich ein Surfbrett unter den Arm klemmen und mit dem Hot Rod an den Strand fahren. Ohne den Input von Dennis Wilson und Carl Wilson sowie dem Verzicht auf Van Dyke Parks (69) als kreativen Partner, sind die Beach Boys eine andere Band, die nicht in „Smile“- und „Pet Sounds“-Regionen fischt, sondern netten Easy-Listening-Sound bevorzugt.

So beginnt das Album mit „Think about the days“ zwar durchaus spannend in bester Brian-Wilson-Kompositionsqualität, doch danach geht es relativ schnell ab in Richtung eines gediegenen Alterswerks mit harmlosen Schunkelmelodien („Isn’t it time“, „Spring vacation“), dem berühmten Harmoniegesang („That’s why god made the radio“) und altbekannten Themen aus dem Sommer/Sonne/Surfer-Fundus („Daybreak over the ocean“), bei dem die Beach Boys sogar von Jon Bon Jovi als Co-Songwriter unterstützt wurden („Summer’s gone“).

Damit bewegen sich die fünf Kalifornier grundsätzlich in angestammten Fahrwässern. Doch wenn der geneigte Hörer ehrlich ist, muss er konstatieren, dass die vorliegende Songsammlung eine lasche Nummer darstellt, die zwar unverkennbare Markenzeichen des Beach-Boys-Sounds vereint aber zu keiner Zeit das mitreißend fröhliche Element aus den 60er Jahren reproduzieren kann. Das ist zwar schade, kommt aber auch nicht vollkommen unerwartet.

Anspieltipps:

  • Summer’s gone
  • Think about the days
  • Pacific coast highway
  • That’s why god made the radio

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