Amorphis - The Beginning Of Times - Cover
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Amorphis The Beginning Of Times


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 54 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit diesem extravaganten und ausgearbeiteten Metal-Erlebnis zeigt sich die Truppe aus Helsinki in Bestform.

Cosmic Egg“s scheinen auf Coverartworks immer mehr in Mode zu kommen. Für das 2011er Output „The Beginning Of Times“ haben sich die Finnen Amorphis ebenfalls für ein fliegendes Ei entschieden und geben der Frage ob es denn nun vor der Henne dagewesen ist eine klare Antwort. Es geht um nichts Geringeres als den Anbeginn der Zeit, den Tomi Joutsen (Gesang), Tomi Koivusaari, Esa Holopainen (beide Gitarre), Jan Rechberger (Schlagzeug), Niclas Etelävuori (Bass) und Santeri Kallio (Keyboard) thematisieren. Diese philosophischen Fragestellungen im Kontext des finnischen Nationalepos Kalevala werden von den bandtypischen Klängen begleitet. Und Amorphis sind in jener Hinsicht auch endlich im Hafen angekommen! „The Beginning Of Times“ ist nicht mehr oder weniger die logische Schlussforderung der Ausrichtung, die auf „Silent Waters“ begonnen wurde. Die Bandbreite aus Prog, Folk, Dark und Viking gipfelt im mittlerweile unverkennbaren Stil der Band aus der finnischen Hauptstadt. Äußerst selbstbewusst und stilsicher präsentiert man das Werk als des Pudels Kern der jüngeren Bandgeschichte.

So geht es ohne große Experimente los. „Battle For Light“ stellt wie auch schon „Sampo“ von „Skyforger“ eine Kompilation der großen Stärken von Amorphis dar. Es gibt süßliche Keyboardpassagen, einen hymnenhaften, euphorisierenden Refrain, Growls und cleanen Gesang sowie einen progressiven Aufbau. Das macht Appetit auf mehr und mehr soll man natürlich auch bekommen. So sind Kompositionen wie das anschließende „Mermaid“, die Single „You I Need“, „Reformation“, „On A Stranded Shore“ und „Escape“ Ohrwürmer, bei denen sich die Fans genüsslich die Finger lecken dürften. Amorphis beweisen ihr Talent für grandiose Melodien und verspielte Power-Nummern erneut, wenn auch alles etwas routinierter zu sein scheint.

Ecken und Kanten bieten dann beispielsweise „My Enemy“, „Soothsayer“ oder „Crack In A Stone“ die sich ziemlich heavy in die Ohrmuscheln ballern. Das wirkt wie ein Kompromiss, schließlich weiß man um die vielen Freunde der härteren Ausrichtung Amorphis'. Nichts desto trotz fügen sich auch die bewusst gehärteten Tracks wie Mosaiksteinchen in die Playlist von „The Beginning Of Times“ ein. Der Titeltrack und das folkige „Song Of The Sage“ sind dagegen wunderbar verspielte Mini-Epen, die den Progger abholen sollten. Das Spektrum an Einfällen ist somit groß genug, um ein möglichst weites Feld an Hörern anzusprechen. Das Gesamtergebnis ist in seiner Ausrichtung und klaren Konzeption erfreulich homogen und verliert zu keiner Zeit den roten Faden.

Fans von Amorphis greifen natürlich blind zu und freuen sich über ein extrem ausgereiftes und abwechslungsreiches Stück Metal, dass es wie kein anderes schaffen sollte Anhänger verschiedener Subgenres auf einen Nenner zu bringen. Wer bislang noch nichts von den Finnen hören durfte, findet in „The Beginning Of Times“ zudem eine passende Einstiegsdroge um sich in den vielschichtigen Klangkosmos entführen zu lassen.

Anspieltipps:

  • Mermaid
  • Three Words
  • Escape
  • Beginning Of Time

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