Tommy Bolin - Great Gypsy Soul: A Very Special Tribute - Cover
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Tommy Bolin Great Gypsy Soul: A Very Special Tribute


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Classic Rock Prominenz ehrt den Ausnahmegitarristen postum.

Wenn es darum geht, dass die Besten immer jung sterben, macht Tommy Bolin (1951 bis 1976) keine Ausnahme. Nicht mal in den Club 27 aufgenommen, ging ein Ausnahmetalent an den Saiten viel zu früh. Ob es sich nun um einen natürlichen Tod oder um die Auswirkungen eines Drogencocktails handelte, hat die Nachwelt nie erfahren. Geblieben ist nur die Musik Bolins. Sein Solowerk „Teaser“ genießt in Kennerkreisen Kultstatus und wird als geheimes, wenn auch leider kommerziell vielfach vergessenes oder übersehendes Meisterwerk verehrt. Ebenso bekannt ist sein Stelldichein auf Deep Purples 75er Album „Come Taste The Band“, wo Bolin Richie Blackmore fulminant zu ersetzen wusste. In den nunmehr 36 Jahren nach seinem Dahinscheiden, erschienen immer wieder Outputs (z.B. „Whips And Roses II“) mit altem oder neuen Material. „Great Gypsy Soul“ sticht aus der Menge der Veröffentlichungen aber deutlich heraus. Dass sich ein illustrer Teil der Classic Rock Prominenz zusammen gefunden hat, um Tommy Bolin zu ehren, zeugt von dem hohen Stellenwert des Künstlers.

Ob nun Steve Lukather (Toto), Brad Whitford (Aerosmith), Myles Kennedy (Slash, Alter Bridge) oder Tausendsassa Glenn Hughes: Die Liste an Musikern, die Tommy Bolin Tribut zollen, liest sich spektakulär. Quer durch die relativ kurze Diskographie des späten Schaffens nimmt man sich dem Songmaterial an. Um so schöner, dass die jeweiligen Musiker nicht einfach covern, sondern die insgesamt elf Tracks wirklich interpretieren und ihnen Eigenständigkeit verleihen. So wird „Smooth Fandango“ beispielsweise jazzig angehaucht, ohne dass es die Komposition verfremdet. Und wenn Glenn Hughes loslegt, ist das sowieso immer ganz großes Kino. Man mag dem guten Mann seine gesangliche Exzentrik ja immer unter die Nase reiben, aber was der ehemaliger Weggefährte Bolins abliefert, ist gewohnt professionell und mit hohem Wiedererkennungwert.

Das alles macht „Great Gypsy Soul“ zu einem echten Schmankerl für Kenner von Tommy Bolin. Wer bislang noch keine Berührung mit seiner Musik hatte, sollte sich eventuell erst einmal altes (Solo-)Material zur Brust nehmen. Gerade im direkten Vergleich kommt das Tributalbum wesentlich charmanter und interessanter rüber, als nur für sich alleine stehend. Fans müssen selbstverständlich zugreifen!

Anspieltipps:

  • Dreamer
  • Smooth Fandango
  • Sugar Shack
  • Lotus

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