Clairvoyants - The Shape Of Things To Come - Cover
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Clairvoyants The Shape Of Things To Come


  • Label: Valery Records
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Solider Heavy Metal im Schatten der eisernen Jungfrau.

Dass Iron Maiden seit jeher als Referenz herhalten müssen und unzählige Metalbands beeinflussten und inspirierten ist schon lange kein Geheimnis mehr. Und wenn selbst die ganz Großen ihr Haupt vor den Engländern verneigen, beweist immer wieder eine Cover Band, dass sie souverän ihren eigenen Weg gehen kann. Die Italiener Clairvoyants, ein durchaus passender Name, stiegen mit ihrem Erstling „Words To The Wise“ munter in diesen Reigen ein. Es hat immerhin sieben Jahre gedauert, bis die Metaler aus den Städten Como und Lobardi ihre Eigenkompositionen an den Mann bringen konnten. „The Shape Of Things To Come“ haut ohne Wenn und Aber in die Kerbe des Debüts und erfreut mit einem straighten, rockenden Rundumschlag aus gitarrenorientierten Maiden und härteren Momenten der italienischen Schule. So ganz verabschiedet man sich nicht von seinen Wurzeln als Tributgruppe, ist aber stets bemüht so eigenständig wie möglich zu sein.

Schon der Einstieg wird mit einem gehörigen Schlag in die Fresse eröffnet. „No Need To Surrender“ rockt ordentlich und macht direkt klar, dass die Südländer ihre Instrumente beherrschen. Genüsslich feiert man seine Freude an geradlinigem Heavy Metal, auch wenn einige Lückenfüller den Spaß etwas trüben. „To Heaven And Back“ oder „Endure And Survive“ sind da die klaren Sahnestücke. Der Rest plätschert stellenweise etwas uninspiriert und ohne Wiedererkennungseffekt vor sich hin.

Bei all dem Schwermetall ist es fast schon erstaunlich, dass die Clairvoyants die ruhigen oder langsameren Momente deutlich besser beherrschen als ihre Heavy-Ausbrüche. Titeltrack sowie Rausschmeisser „Horizon Calling“ sind leicht progressiv und verspielt. Ganz so wie man es bei Maiden seit dem Jahr 2000 kennt. Die Ideen sprudeln hier einfach munter aus den Jungs raus. Sänger und Frontmann Gabriele Bernasconi schafft es zwar fast immer gegen Schlagzeug und Gitarre anzukommen, zeigt seine wahren Qualitäten aber erst bei gemäßigtem Speed. Gerade die Tatsache, dass sie sich Zeit nehmen ihre Einfälle zu präsentieren, sorgt für die klaren Höhepunkte auf „The Shape Of Things To Come“. Ähnlich gut sind der Mid-Tempo Stampfer „I Don't Believe Their Lie“ sowie die hervorragende Powerballade „Sinner's Tale“. Durchgängig auf einem so hohen Niveau, wäre das Album sicherlich ein absoluter Hit geworden!

So liefern die Clairvoyants mit „The Shape Of Things To Come“ einen „nur“ soliden Zweitling ab, der neben einigen Fillern das wahre Potential für gute Kompositionen durchblitzen lässt. Akzente können die Italiener sicherlich nach wie vor nicht setzen, aber zeigen Spielfreude und sehr viel Können. Vereinzelte Hommagen an das große Vorbild wirken dabei interessanterweise nicht abgedroschen, sondern relativ erfrischend. Denn ihren eigenen Stil haben Clairvoyants auf jeden Fall gefunden.

Anspieltipps:

  • I Don't Believe Their Lie
  • The Shape Of Things To Come
  • Sinner's Tale
  • Horizon Calling

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