Tom Petty - Mojo (Tour Edition) - Cover
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Mojo (Tour Edition)


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 125 Minuten
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8/10 Unsere Wertung
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Erstkäufer werden die Faust in der Tasche ballen: „Mojo“ als Wiederveröffentlichung mit Live-Nachschlag auf Bonus-CD.

Fast exakt vor zwei Jahren, am 11. Juni 2010, erschien mit „Mojo“ das zwölfte Studioalbum von Tom Petty und seinen Heartbreakers. Nach achtjährigen Soloaktivitäten reaktivierte Tom Petty für das Werk seine angestammte Band und zog mit ihr auf eine ausgedehnte Tournee, die das Sextett nun auch für drei Termine nach Deutschland führt. Zu diesem Anlass bringt die Plattenfirma von Herrn Petty das „Mojo“-Album um eine Live-CD ergänzt noch einmal auf den Markt. Darauf befinden sich 12 Tracks, die im Jahr 2010 während verschiedener Gigs in den USA aufgenommen wurden. Das Ganze soll limitiert sein und stellt für den Erstkäufer der „Mojo“-CD sicher ein kleines Ärgernis dar. Denn ohne das „Mojo“-Album noch einmal zu kaufen, gibt es auch das Dutzend Live-Tracks nicht, die sich quer durch die Geschichte der Heartbreakers schlängeln und vom großen Hit („American girl“) bis zum brandneuen Song („Jefferson Jericho blues“) so ziemlich alles abdecken, was der geneigte Fan von Mr. Petty hören mag.

Die ursprüngliche Besprechung: Nach seinem dritten Soloalbum „Highway Companion” (07/2006), der kurzzeitigen Re-Union der Southern-Rockband Mudcrutch für ein Studio- und ein Live-Album sowie der exzellenten „Live Anthology“-Box, die man sich unbedingt in der Super Deluxe Version gönnen sollte, hat Tom Petty (59) wieder die Heartbreakers um sich geschart und mit „Mojo“ ein Album eingespielt, mit dem die sechs Herzensbrecher nicht nur zurück zu ihren Wurzeln finden, sondern auch neue, frische Energien an den Tag legt.

Fast acht Jahre ist die letzte Zusammenarbeit zwischen Petty und den Heartbreakers auf dem Album „The Last DJ“ (10/2002) inzwischen her. Eine lange Zeit, in der wohl die Auferstehung von Mudcrutch mit allen Originalmitgliedern ausschlaggebend dafür war, dass sich die Heartbreaker-Mannschaft mit reaktivierter Spielfreude für ein neues Album zusammentat. Die 15 Songs wurden zwischen April 2009 und Januar 2010 live im bandeigenen Studio aufgenommen und bedeuten eine bemerkenswerte Entwicklung im typischen Heartbreakers-Sound.

Tom Petty (Gesang, Gitarre), Mike Campbell (Gitarre), Benmont Tench (Keyboards), Ron Blair (Bass), Scott Thurston (Mundharmonika, Gitarre) und Steve Ferrone (Drums) umzingeln auf „Mojo“, ihrem 12. gemeinsamen Werk, sämtliche Spielarten ur-amerikanischer Musik, wobei die Blueseinflüsse am stärksten sind („Jefferson Jericho blues“, „Candy“, „I should have known it“, „U.S. 41“). Doch es geht auch anders! So ist „First flash of freedom” eine siebenminütige Nummer, die beinahe Jazzrock-artige Züge besitzt, die verträumten Titel „The trip to Pirate’s Cove“ und „Something good coming“ erinnern an das Gitarrenspiel Mark Knopflers, „No reason to cry“ kommt als herzerweichende Country-Ballade daher, „Don’t pull me over“ verwendet dezente Reggae-Elemente und „Good enough“ nimmt .die Atmosphäre von Pink Floyds „Shine on you crazy diamond auf“

Tom Petty erweist sich einmal mehr als bildreicher Geschichtenerzähler, der es voll und ganz genießt, den Storytelling-Charakter des Blues für sich zu nutzen. Das macht Spaß. Und deshalb halten sich Petty und Co. auch nur selten an das Standardsongformat von drei Minuten. Dessen ungeachtet wirkt das Liedmaterial ausgeglichen und zu jeder Zeit spannend, auch wenn es nicht den Heartbreakers-Sound aus den 80er und 90er Jahren zu hören gibt. Hier ist eine Band im, ähem, hohen Alter erwachsen geworden, was sie so urwüchsig klingen lässt wie noch nie – und wenn ein Song deshalb sieben Minuten lang sein muss, dann ist das eben so!

Anspieltipps:

  • Lover’s touch
  • Let yourself go
  • No reason to cry
  • First flash of freedom
  • I should have known it
  • The trip to Pirate’s Cove

Dieser Artikel ging am um 07:36 Uhr online.
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