Milos Karadaglic - Latino - Cover
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Milos Karadaglic Latino


  • Label: Deutsche Grammophon
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wen die Deutsche Grammophon sonst mit Klassik abgeschreckt hat, dem wird es mit Milos' Kammermusik ein Stück leichter gemacht in die Welt der instrumentalen Werke einzusteigen.

Der bald dreißigjährige Gitarrist Milos aus Montenegro kann sich in seinem Alter nicht mehr Talent schimpfen. Zu viel ist passiert, als er schon vor der Jahrtausendwende im Alter von sechzehn Jahren begann. Seit 2011 ist er bei der Deutschen Grammophon unter Vertrag und hat mit „Mediterráneo“ sein erstes Werk abgeliefert. Diesmal widmet er sich allerdings Lateinamerika statt dem Süden und Südosten Europas. Passend, da man Milos Karadaglíc vom Aussehen auch als Südamerikaner durchgehen lassen würde.

Wie sich es für Milos gehört, ist natürlich die Gitarre das warme Zentrum der Re-Interpretationen bekannter Stücke. Für den Laien sind Titel wie „Por Una Cabeza“ und „Quizás, Quizás, Quizás“ zwar kein Anhaltspunkt, doch die gespielten Melodien hat jeder schon einmal in einem Film oder einer Familienfeier gehört. Obwohl man bei Lateinamerika in erster Linie an Samba, Sonne und Tanz denkt, sind es gerade die zerbrechlichen Momente, die Milos' Können an der Gitarre hervorheben. Der Schlusstitel „Una Limosna Por El Amor De Dios“ ist das beste Beispiel für die Einfühlsamkeit und Dramatik, die der Montenegriner mit minimalistischer Soundkulisse heraufbeschwören zu vermag.

Von Tango und Co. darf man wirklich nicht zu viel erwarten, da Tanzmusik eher erhaben („Por Una Cabeza“) daherkommt und sich in einer dramatischen Liebesszene eher wiederfindet, als auf einer Party. Der Hang zur Dramatik nimmt gerade für Einsteiger vielleicht zu sehr Überhand, doch zumindest verliert sich Milos nicht in verkopfter Kunst, die allein auf sein Können an der Gitarre ausgerichtet ist. „Latino“ ist trotzdem ein halbwahrer Titel, der verheimlicht, dass uns Milos zweites Album für die Deutsche Grammophon in die sensiblen und romantischen Gefilde der lateinamerikanischen Musik entführt. Das tut er allerdings mit Bravour und zitiert einige der zartesten Kompositionen des letzten Jahrhunderts aus Südamerika

Anspieltipps:

  • Por Una Cabeza
  • Una Limosna Por El Amor De Dios
  • Danza Brasilera

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