Morgoth - Cursed To Live - Cover
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Morgoth Cursed To Live


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 68 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Morgoth feiern 20 Jahre „Cursed“ und legen dabei das „Way Of Darkness“ Festival in Lichtenfels in Schutt und Asche.

Wenige Bands legen mit ihrem Erstlingswerk bereits das Opus Magnum vor. Morgoth haben mit ihrem Debüt „Cursed“ allerdings nicht nur das geschafft, sondern traten mit der Veröffentlichung der Scheibe im April 1991 neben dem typischen Sound der schwedischen Schule und des floridianischen Todesbleis für den „Meschede-Stil“ ein, den sie mit unkonventionellen Lyrics und einem Artwork jenseits von Blasphemie und gesteigertem Blutzoll wirkungsvoll in das kollektive Gedächtnis der aufblühenden Death Metal-Szene pflanzten.

Der Höhenflug hielt jedoch nicht lange an und kurze Zeit nach der Veröffentlichung des experimentellen „Feel Sorry For The Fanatic“ (09/1996) war das Ende der Fahnenstange erreicht und Morgoth unter der Erde. Zur Feier ihres Meilensteins haben sich Marc Grewe (Gesang), Harry Busse (Gitarre), Sebastian Swart (Gitarre), Sotirios Kelekidis (Bass) und Marc Reign (Schlagzeug) dennoch letztes Jahr wieder zusammengefunden um ein paar Jubiläumsshows in Frankreich, Deutschland, Tschechien, den Niederlande und sogar in Amerika zu absolvieren, von denen die Show auf dem „Way Of Darkness“ Festival vom Oktober 2011 nun komplett auf CD der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Mit einer klaren, ausgewogenen Abmischung durch Dan Swäno (Therion, Heaven Shall Burn, Pain) schlagen Morgoth in einem 15 Tracks starken Set die Bühne und die nähere Umgebung von Lichtenfels kurz und klein, die Spielfreude ist stets am Maximum. Alleine Grewe spuckt den Text mit einer derartigen Bissigkeit den Fans entgegen, dass ihm diese nur allzu wohlwollend aus der Hand fressen und jeden noch so plumpen Anfeuerungsversuch mit lautstarkem Feedback entgegnen. Mit Ausnahme von „Opportunity is gone“ wird das komplette „Cursed“-Album gemeinsam mit Songs aus den Anfangstagen der Band (z.B. „Pits of Utumno“, „The travel“, „White gallery“) und dem Nachfolger „Odium“ (05/1993, „Resistance“, „Under the surface“) dem Publikum um die Ohren geschmissen, als ob es kein Morgen gäbe.

Dies führt ohne bildhafte Unterstützung angesichts der unnachgiebigen Wucht der Truppe ca. ab der Hälfte zu Ermüdungserscheinungen, obwohl hier eigentlich ein Klassiker den nächsten jagt, wodurch die Empfehlung eindeutig auf dem vollgepackten DVD/CD-Paket von „Cursed To Live“ liegt, der nicht nur eine eigene Lichtshow und somit einiges fürs Auge mit sich bringt, sondern auch Unmengen an Extras wie weitere Live-Mitschnitte und Bonustracks. Ob diese späte Sturm und Drang-Phase von Grewe & Co. auch ein neues Studioalbum mit sich bringt, wird sich noch zeigen. Eingerostet sind die Herrschaften jedenfalls keinswegs.

Anspieltipps:

  • The Travel
  • Suffer Life
  • Burnt Identity
  • Under The Surface

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