Perzonal War - Captive Breeding - Cover
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Perzonal War Captive Breeding


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein abwechslungsreiches, melodisches und technisches Thrash Metal Kleinod aus Deutschland.

Ach, würden wir doch nur in einer besseren Welt leben. Der Hunger wäre gestillt, Politik fair, in den von Moos überwucherten Panzern sagten sich Fuchs und Hase Gute Nacht. Und eine Band wie Perzonal War hätte endlich ihren Weg nach ganz Oben geschafft. Seit mittlerweile 16 Jahren erschüttern die deutschen Thrash Metaler die Grundfesten der Underground-Szene und erfreuen auf Festivals oder im Vorprogramm von Bands wie Candlemass, Blaze Bailey oder Destruction ihr Publikum. Auch wenn der große kommerzielle Erfolg stets auf sich warten ließ, blieben die Jungs aus Troisdorf standhaft und lieferten sechs gute Langspieler ab. „Captive Breeding“, das siebte Album von Perzonal War, haut mit einem gelungenem Mix aus Thrash mit modernen und melodischen Elementen in die Kerbe seiner von Kennern hochgelobten Vorgänger

„Captive Breeding“ dokumentiert wie eingespielt und stilsicher die Thrash Metal Kombo ist. Der Opener „Regression Of The Art“ brettert ohne Erbarmen los und kombiniert Härte mit Melodie. „Tongues Of Cleavage“ könnte anschließend als legitimer Nachfolger der alten Metallica, so gegen 1990, durchgehen. Wer den Shit der Truppe aus Frisco mag, sollte hier unbedingt mal ein Ohr riskieren! Gitarrist und Sänger Matthias Zimmer steht dem guten, alten Hedtfield auch in Nichts nach. Er beherrscht es dem Sound seiner Band das passende Gesicht zu geben und weiß auch wie er neben all der Wut und Unbarmherzigkeit in seinem Organ auch ruhige Töne (beispielsweise in „Candor Hurts“) zu treffen hat.

Auch sonst feiern Perzonal War ein echt abwechslungsreiches Thrash Metal Feuerwerk ab. Da gibt es sehr technische Nummern wie „Dead Man's Theories“, „Tearing The Old“, „Termination“ oder „My Fate“, die Aggression mit absoluter Genauigkeit und enormen Können am Instrument kombinieren. Als Gegenpol fungieren gelegentliche Ausflüge in den US-Power Metal der härteren Gangart: Das erwähnte „Candor Hurts“ als leicht balladesk und melancholisch angelegtes Stück, „Incarnation“ oder auch „The Last Day“. Gemeinsam haben alle 13 Kompositionen, dass sie mit viel Liebe zum Detail geschrieben wurden. Und das ist gleichzeitig die größte Schwäche von „Captive Breeding“. So toll die Songs auch sind und auch wenn keiner davon ein Lückenfüller ist – Eine knappe Stunde dem Thrasher ohne Ende auf die Fresse zu geben, sollte sich so eine gezielt erbarmungslos aufgenommene Platte nicht erlauben dürfen. Schon die größten Genreklassiker haben früh bewiesen, dass weniger oft einfach mehr ist. Eine etwas gedrosselte Spieldauer hätte dem Album so sicherlich gut getan.

Nichts desto trotz ist „Captive Bleeding“ eine durch und durch starke Platte geworden, die Fans von Thrash Metal nicht so einfach an sich vorbei ziehen lassen sollten. Der enorme Facettenreichtum spricht ganz klar für sich: Wer knackigen, derbe und modernen Thrash mag, der sich mitunter in technische Gefilde begibt, dabei aber immer die Melodie im Auge bewahrt, sollte den immer noch sträflich unbeachteten Perzonal War unbedingt ein Ohr schenken.

Anspieltipps:

  • Tongues Of Cleavage
  • Dead Man's Theories
  • The End
  • My Fate

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