Judas Priest - Der Stählerne Weg Von Judas Priest - Cover
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Judas Priest Der Stählerne Weg Von Judas Priest


  • Label: Rockhörbuch/Rough Trade
  • Laufzeit: 143 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Geschichte der Metal-Legende wird auf zwei CDs kurzweilig abgerissen. Gelesen von Grave Digger Keyboarder Hans Peter Katzenburg.

Über vierzig Jahre haben Judas Priest mittlerweile auf dem Buckel. Mit all seinen Höhen und Tiefen hat der Priest eine beispiellose Karriere hinter sich und definitiv Musikgeschichte geschrieben. Die Geschichte um die Metal-Legende aus dem britischen Birmingham wurde 2007 von Matthias Mader als kleines aber feines Büchlein namens „Der Stählerne Weg von Judas Priest“ geschrieben und veröffentlicht. Es behandelt den Werdegang der Gruppe von den Anfängen als Blues Band im Jahre 1969 bis zu der Trennung von dem Frontmann und der Ikone Robert Halford sowie der anschließenden Reunion im Jahre 2004 und den folgenden zwei Studioalben. Dass Mader selbst ein großer Fan der Metal Gods ist, wird in jedem Wort klar und verbreitet in der unautorisierten Biographie viel Charme und Euphorie.

Eben diese Metal-Lektüre fungiert als erste Veröffentlichung der neuen Rockhörbuch Serie. Man nimmt sich Maders Werk an und vertont es auf zwei CDs mit einer Gesamtspielzeit von fast zweieinhalb Stunden. Gelesen wird „Der Stählerne Weg von Judas Priest“ von Hans Peter Katzenburg, welcher nicht nur der musikalische Leiter vom Theater-Köln-Süd ist, sondern auch bei den Gladbeckern Grave Digger hinter dem Keyboard steht. Katzenburg verleiht den insgesamt 27 Kapiteln eine nötige Seriosität, ohne aber stocksteif und spießig seine Sätzchen runter zu rasseln. Zitate von Band und Presse versucht er zudem durch besondere Betonung lebendig und interessant zu halten. Sein größtes Manko ist die englische Sprache. Ozzy Osbourne wird da schon mal zu „Ozzy Osburn“, Tony Iommi zu Tony „Ilommi“, Ian Hill zu „Ei-jän Hill“, Thrash zu „Trash“, Vampire zu „Vampir“ und seit wann Savatage französisch ausgesprochen wird, weiß die Hörerschaft auch nicht wirklich. Das mag als Erbsenzählerei rüber kommen, aber solche groben und stellenweise peinlichen Schnitzer trüben, wenn sie mal vorkommen, den auf jeden Fall vorhandenen Hörgenuss. Abgesehen davon macht Katzenburg seinen Job aber wirklich gut.

Insgesamt ist „Der Stählerne Weg von Judas Priest“ ein gelungener Start der Serie Rockhörbuch. Schade ist, dass zwischendurch nicht ein einziger Ton der Band ertönt, was vor allem dann spannend gewesen wäre, wenn über Entstehungsgeschichten diverser Kompositionen geredet wird. Da eine musikalische Einbindung aber rechtlich nicht zu bewerkstelligen gewesen wäre, geht das aber dennoch klar. Man bekommt so oder so einen so gut wie lückenlosen Abriss der spannenden und bewegten Historie einer der größten und wichtigsten Metal Bands aller Zeiten. Die für ein Hörbuch relativ kurze Dauer erweist sich als großer Vorteil: Die Geschichte wird kurzweilig präsentiert und lädt zum mehrmaligen Hören ein. Die Jünger des Priests sollten sich deswegen das Tondokument auf keinen Fall entgehen lassen. Aber auch für Rock-Historiker ist das Werk interessant.

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