Eleni Mandell - I Can See The Future - Cover
Große Ansicht

Eleni Mandell I Can See The Future


  • Label: Make My Day/ALIVE
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die bittersüße Leichtigkeit des Seins: Eleni Mandells sanfte und melancholische Lieder.

Das Klischee, das in europäischen Köpfen über Kalifornien vorherrscht, widerlegt die Singer/Songwriterin Eleni Mandell bereits seit Beginn ihrer Karriere. Dunkler Alternative Rock und melancholische Singer/Songwriter-Musik fallen in ihr Metier. Die in Los Angeles Geborene hörte zu ihrer Teenagerzeit nicht Madonna wie nahezu alle jungen Damen damals, sondern die L.A. Punkband X. Etwas später lernte sie über Chuck E. Weiss ihr Vorbild Tom Waits kennen, was auch Einfluss auf ihre musikalische Entwicklung hatte. 1998 debütiert sie mit „Wishbone“, erntete Lob vom Billboard Magazine und veröffentlichte 2000 „Thrill“. Beide Alben sind stark und lassen sich dem Alternative Rock zurechnen.

Auf „Snakebite“ (2000) orientierte sie sich an Vorbildern wie Tom Waits, Bob Dylan, Hank Williams und Ray Charles. Mit „Country For True Lovers“ (2003) vollbrachte sie eine Großtat in Sachen traditioneller Americana. Der Nachfolger „Afternoon“ (2005) verfolgte die gleichen Spuren. 2007 wurde „Miracle Of Five“ veröffentlicht, bei dem die Mandell zwischen Barjazz, Folk und Pop pendelte. Dagegen stöpselte sie auf „Artificial Fire“ (2009) wieder die Stromgitarre ein und überraschte mit teils sperrigem Alternative- und Indie-Rock. Neben ihrer Solokarriere gehört die Kalifornierin zu The Living Sisters, bei denen sie mit Becky Stark (Lavender Diamond), und Inara George (The Bird And The Bee) kollaboriert. Beide sind auch auf dem vorliegenden Album als Harmoniesängerinnen zugegen.

Auf „I Can See The Future“ dürfen wir wieder die sanfte Seite von Eleni Mandell erleben. Der Albumtitel bezieht sich auf einen Besuch von ihr bei einem Tarot Kartenleser. Die Zukunft jedoch ist kein Märchen und alles andere als vorhersehbar und so durchlebte Eleni Mandell allerlei Enttäuschungen und Frustrationen, die sich in ihren 13 neuen Kompositionen niederschlugen. Bereits der Auftakt „The Future“ kommt mit melancholischer Nachdenklichkeit daher, die sich durch das ganze Album zieht. Oder „bittersweet“ wie es das Promotioninfo zu Recht bezeichnet. Dennoch hat das Album eine Leichtigkeit und auch seine helle Seiten, Songtitel wie „I’m Lucky“ und „So Easy“ sprechen für sich.

Die Amerikanerin hatte ausgezeichnete Musiker an ihrer Seite, darunter Greg Leisz (Pedal Steel Guitar). Steve Berlin (Saxophon) und Nathaniel Walcott. Der Bright Eyes Mann spielte Trompete und überzeugte als feinfühliger Arrangeur. Produzent Joe Chicarelli (The Shins, The Strokes etc.) hat das Ganze glasklar, dennoch weich und warm in Szene gesetzt. Über Eleni Mandells Stimme müssen nicht viele Worte verloren werden, wie immer versteht sie es Sanftheit mit Ausdruckskraft zu verbinden, was die Natur ihres Gesangs ausmacht. Wiederholt wird diese Stimme auf „I Can See The Future“ von zärtlichen Streichersaiten umgarnt oder von Pedal Steel, Bläsern und Akustikgitarren. Eleni Mandell beweist auf ihrem achten Album abermals ihre Vielseitigkeit und ihre Fähigkeit gute, bittersüße Songs zu komponieren.

Anspieltipps:

  • The Future
  • Desert Song
  • Never Had To Fall In Love Again
  • So Easy

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
6.5/10

Trouble No More: Bootleg Series Vol. 13 (1979-1981)
  • 2017    
Diskutiere über „Eleni Mandell“
comments powered by Disqus