Sam Sparro - Return To Paradise - Cover
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Sam Sparro Return To Paradise


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sam Sparro lädt in die 70er-Jahre-Disco ein und klingt dabei wie ein falscher Hase im Ofen.

Der Australier Samuel Frankland Falso alias Sam Sparro (29) lieferte vor vier Jahren mit der Single „Black and gold“ einen der größten Dancefloor-Hits des Jahres ab. Der Titel schaffte es in 14 Ländern in die Top 20 und erhielt eine Grammy-Nominierung. Danach schob Sparro mit „21st century life“ und „Pocket“ zwei weitere Singles sowie sein selbstbetiteltes Debütalbum, tourte quer um den Globus und verschwand danach mehr oder weniger komplett von der Bildfläche. Im Sommer 2010 geisterte dann plötzlich mit „Pink cloud“ ein neuer Songs durch das Internet, der als Vorbote für das zweite Album gedacht war.

Eventuell hat Sparro sein Label, den Major Island Records (Universal), mit dem Track so sehr verstört, dass er seinen Vertrag einbüßen musste und Ende 2011 bei EMI Music Australien anheuerte. Das würde zumindest die exorbitante Wartezeit auf das zweite Album erklären. Wirklich brauchbare Infos über den Labelwechsel gibt es allerdings (noch) nicht zu bieten. Sam Sparro erklärt die vier Jahre zwischen „Sam Sparro“ und „Return To Pradise“ jedenfalls so: „Ich habe viel experimentiert und geschrieben. Ich habe mindestens zwei- oder dreimal die Richtung geändert. Anfangs tendierte ich in Richtung Rock, dann drehte ich mich in Richtung Pop. Dann sondierte ich genauer, was mich wirklich inspiriert und das Ergebnis ist ein Album, das von Musik aus der Zeit 1978 bis 1984 beeinflusst ist.”

Und in der Tat wird der Hörer bereits mit dem Opener „Paradise people“ in eine ziemlich schwülstige 70er-Jahre-Soul-Funk-Disco-Umgebung entführt, aus der es in den kommenden 45 Minuten kein Entkommen gibt („We could fly“). Zwar streut Sparro auch den einen oder anderen aktuellen Klanganstrich ein („I wish I never met you“), doch die Botschaft ist klar: Was John Travolta in „Saturday Night Fever“ recht war, funktioniert nach Meinung Sam Sparros auch heuer („Closer“).

Darüber ließe sich zwar durchaus streiten, denn schwülstige Bläserriffs („The shallow end“), schmierige Keyboards („Happiness“), Laser Beats („Let the love in“) und Rhythmen aus der Barry-Manilow-Gedächtnisschublade („Paradise people“) in Verbindung mit dem Gedanken an weiße Schlaghosen, Glitzerkugeln an der Decke und falschen Hasen im Ofen sind nicht wirklich das, womit Vögel heutzutage ihre Würmer fangen.

Anspieltipps:

  • We could fly
  • Let the love in
  • I wish I never met you

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