Christian Scott - Christian Atunde Adjuah - Cover
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Christian Scott Christian Atunde Adjuah


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 119 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie immer unbeschreiblich gut. Die Betonung liegt wie immer auf unbeschreiblich.

Wer zu seinem Debüt 2006 gleich den Grammy bekommt und 2010 den Edison Award als bester internationaler Jazz-Künstler erhält, der kann sich alle Freiheiten nehmen. In so einem Fall ist es nicht so leicht ihn zu zerreißen, wie man es mit einfacher gestrickten Pop/Rock-Bands tut. Über ein neues Coldplay-Album lässt sich immer schreiben und Kritiker weltweit warten nur darauf ihre exklusive Meinung zum anstehenden Green Day-Herbst/Winter zu schreiben. Versucht man allerdings so an Christian Scotts Album heranzugehen, weiß man im Vorfeld, dass kleine Voodoo-Selbstbilder der Kritiker sich in den Hochöfen der Fans wiederfinden werden.

Der mittlerweile 29jährige Jazzmusiker aus (Überraschung!) New Orleans bietet auf zwei Alben ziemlich genau zwei Stunden Jazz, der in alle Richtungen strömt. Ist das jetzt Lounge, Fusion, Free oder irgendeine andere und/oder neue Form von Jazz, die Scott in extrovertiert benannten Titeln wie „Pyrrhic Victory Of aTunde Adjuah” zum Besten gibt. Christian Scott lässt verschiedene Stilansätze nahtlos ineinander laufen, was jeden Hörer abschreckt, der sich lieber konventionell und konservativ Jazz gegenüber verhält. Auch dieses Mal lässt sich Christian Scott über sein Verhältnis zur afrikanischen Kultur aus und lässt Kritiker im Regen stehen, die nicht wissen, ob er einfach nur eine ungewöhnliche Mischung oder eine neue Stufe von Jazz spielt.

In knapp zwei Stunden voller verrückter Titel mit nicht minder ausschweifenden dazugehörigen Stücken lohnt es als Laie gar nicht erst über einzelne Stücke zu reden. Selbst Rezensenten wissen selbst nicht genau, wie sie den Fluss aus Jazz genau beschreiben sollen. So bleibt es auch dabei, dass man das neue Werk „Christian aTunde Adjuah“ abermals als technisch und strukturell ausgezeichnetes Album anpreisen darf, aber ob das Ergebnis dem Hörer zusagt, ist weiterhin eine äußerst individuelle und subjektive Entscheidung. Mehr Hilfe geht leider nicht. Experimentelle Jazz-Liebhaber sind wohl noch am besten beraten.

Anspieltipps:

  • Spy Boy/Flag Boy
  • Away (Anuradha & The Maiti Nepal)
  • New New Orleans (King Adjuah Stomp)

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