Beachwood Sparks - The Tarnished Gold - Cover
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Beachwood Sparks The Tarnished Gold


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Beachwood Sparks orientieren sich auch nach der Reunion nicht am Zeitgeist, was eine unaufgeregte Folk-Platte der überaus ohrfreundlichen Sorte zur Folge hat.

Zur Jahrtausendwende fielen die Beachwood Sparks mit ihrem selbstbetitelten Debüt und lieblichen Tönen voller gestrigem Charme noch deutlich aus der Zeit. Auch zur Veröffentlichung des zweiten Albums „Once We Were Trees“ in 2002 war nicht abzusehen, dass nur wenige Jahre später Acts wie die Fleet Foxes und Bon Iver ein erfolgreiches Folk-Revival einläuten und die Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung zunehmend analog unaufdringlichen Folk aufsaugt. So wurde die Ära der Band um Gründungsmitglied Brent Rademaker nach einem kurzen Dasein beendet, doch schon 2008 bei ihrem Auftritt zum 20-jährigen Sub Pop-Jubiläum kehrte die Magie wieder ein und damit der Reunion-Gedanke.

Ausgehend von Sänger/Schlagzeuger Aaron Sperske, der jedes Bandmitglied per Telefon zu diesem Schritt animierte, war also die Wiedervereinigung fix und angewachsen auf sieben Personen entstand nun das Comeback-Werk „The Tarnished Gold“. Auf diesem regiert die Folk-Pracht der Sechziger und Siebziger, das Südstaaten-Flair der Steel Gitarre und teils psychedelisch ausufernden Solo-Parts. Diese führen jedoch konsequent in harmonie-lastige Evergreens wie „Sparks Fly Again“, die reich an Beigaben aus lockerem Schlagzeug sowie süßlichem Gesang sind. Das Rundum sorglos-Paket schnüren die Amerikaner mit Bedacht und der Gabe, trotz all der intensiven und erfahrenen Instrumentierung nah an der Melodie.

Das Klavier setzt neben den markanten Gitarren die Akzente beim schwebenden „Water From The Well“, während „Leave That Light On“ dem Titel entsprechend flehend und dunkel umgarnend den Hörer in weiche Watte packt, ohne das als Kritikpunkt anwenden zu wollen. Dafür liefern die Beachwood Sparks viel zu viele kleine Folk-Perlen ab, deren Essenz zwar keine große Dringlichkeit verspüren lässt, doch genau diese Leichtigkeit der Schlüssel zu diesem Album ist. Es verharrt bewusst und zeigt der schnelllebigen Welt da draußen die kalte Schulter.

Anspieltipps:

  • Sparks Fly Again
  • Tarnished Gold
  • Leave That Light On
  • No Queremos Oro

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