Betontod - Entschuldigung Für Nichts - Cover
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Betontod Entschuldigung Für Nichts


  • Label: Better Than Hell/EDEL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Jetzt mit noch weniger Beton und fast gar keinem Tod mehr. Harte Schale, weicher Kern!

Bei verschiedenen Gesangsarten teilen sich bekanntlich die Gemüter. Manche möchten Brian Molko vonPLacebo die Nase richten und andere lieben ihn für sein nasales Gesäusel. Gleiches gilt dafür, dass viele nichts mit geschrienem Gesang anfangen können. Zu rau und unbarmherzig hört sich das für viele Pop-Rockfans an. Für Betontods neue Platte „Entschuldigung Für Gar Nichts“ sollte man allerdings eine Ausnahme machen. Der Auftakt erinnert mit Instrumental-Opener, Radio-Hymne („Alles“) und Ska-Elementen im Titeltrack wie eine B-Variante zu dem letzten Output von die ärzte. Klare Wortwahlen und harte Stimmen sind bei Betontod auch weiterhin der Präsentierteller für catchy Melodien und emotionale Texte.

Es geht um Freundschaft, Liebe und das geliebte Feierabendbier. Dabei schaffen es die Jungs von Betontod irgendwie wieder alle Hörer zu einen, indem sie unsagbar einprägsame Refrains schaffen. Sind das jetzt poppige Turbostaat oder hat der Graf von Unheilig die E-Gitarre wiedergefunden? In Sachen Pathos schließen sich Betontod klar dem Grafen an. Schnell werden die Tracks zu mitsingbaren Parolen, die entgegen dem Namen aber eigentlich nur an gute Dinge appellieren.

Die Abwechslung des Albums hält sich in Grenzen und so bleibt der Titeltrack leider der einzige Ausflug in unbekannte Gefilde. Im Vergleich mit dem Vorgänger-Album „Antirockstars“ klingt jedoch alles eine Spur größer und dem Mainstream angepasst. Dass auch Können hinter JBO-Rock vorhanden ist, beweist die Band mit ihrem kleinen Quantensprung eindrucksvoll. Selbst das Blödellied „Hömmasammawommanomma“ übertrifft die Bandbreite des geistigen Vorgängers „König Alkohol“. Nach dem aggressiven Kumpelsong vom letzten Album gibt es diesmal Metal-Bierfeststimmung. Es klingt so wunderbar, wie es sich bescheuert liest.

Betontod schrecken mit ihrem Namen und dem Gesang auch weiterhin zart besaitete Hörer ab. Die Musik dahinter, sowie auch die Texte sind für jedermann und laden zu 40 Minuten astreiner, wenn auch nicht unglaublich innovativer Unterhaltung ein. In „Dagegenstehen“ werden die Mannen sogar richtig politisch. Hier und da gibt es gutes Mittelmaß, doch das Gesamtbild stimmt. Wem das Radio mal wieder zu wenig Biss hat, der kann getrost zu „Entschuldigung Für Gar Nichts“ greifen.

Anspieltipps:

  • Alles
  • Entschuldigung Für Gar Nichts
  • In Sekunden

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