Loreen - Heal - Cover
Große Ansicht

Loreen Heal


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das interessante Debütalbum einer faszinierenden Sängerin, die mehr als „Euphoria“ zu bieten hat.

Ende Mai gelang Loreen aus Schweden der Sieg beim Eurovision Song Contest, früher Grand Prix Eurovision de la Chanson, und der Siegertitel „Euphoria“ wurde nahezu weltweit erfolgreich. Sogar in Australien gelang dieses Kunststück, in den USA steht der Siegeszug noch aus. Ihre moderne Dance-Popmusik im Stile von David Guetta, die wandelbare Stimme und ihre ungewöhnliche Tanztechnik sowie leicht mysteriöse Ausstrahlung hatten die schon als Favoritin gehandelte Schwedin mit den marokkanischen Wurzeln bei diesem traditionellen europäischen Songwettbewerb gewinnen lassen.

Nun kommt endlich das Album und Loreen komponierte immerhin bei acht der zwölf Songs mit. Die Hauptkomponistentätigkeit ruhte aber auf den Schultern erfahrener schwedischer Produzenten und Songwriter wie Peter Boström (Marie Serneholt). Herausgekommen ist dabei ein Dance-Pop-Album, welches irgendwie anders ist als die üblichen. Recht düstere Klänge bei „Do We Even Matter“, das wie ein „Gothic trifft R&B“-Track klingt, wenn es so etwas geben würde, durchströmen den Longplayer, wobei die Eingängigkeit erstaunlich hoch bleibt. Die Stimme der Sängerin glänzt hier genau wie bei „Everytime“. Der Song ist derart sanft und mit reduzierten Beats ausgestattet, dass sich Loreens unnachahmliche Stimme schön entfalten kann: Erst singt sie zart und dann tobt sie sich stimmlich so richtig aus.

„My Heart Is Refusing Me“, „Crying Out Your Name“ und natürlich das mitreißende „Euphoria“ setzen auf ein ähnliches Konzept, nur dann wird wirklich der treibende Dancefloor-Kosmos genutzt, ohne die erwähnten Seitenwege zu nehmen. Diese Tracks stellen den erwarteten Output und das ebenso tanzbare „Sidewalk“ - Leona Lewis klänge nicht besser damit - geht auch als stark hitverdächtig durch. Den Schlusspunkt setzt der ruhige Titeltrack „Heal“. Wieder mit viel Gefühl in der Stimme zeigt die Schwedin noch einmal ihre Klasse. Die vielen Komponisten haben das Album nicht verdorben, die leicht unheimliche, faszinierende und charismatische Ausstrahlung der Sängerin haben sie wunderbar eingefangen und mit erstaunlich hoher Anzahl an hitverdächtigen Tracks ausgestattet - das wird kein One-Hit-Wonder! Die starke Stimme von Loreen steht zu Recht im Mittelpunkt und lässt sich auch von künstlichen Beats und Effekten nicht unterbuttern, was zeitweise nicht ganz so einfach ist.

Wer dem nicht vorhandenen „Genre“ der modernen Hitparadenpopmusik auch schon vorher nichts abgewinnen konnte, wird dieses Album nicht mögen. Dennoch sollte man anerkennen, dass das nicht der übliche Schnellschuss ist, den sonst die Plattenfirmen gern abgeben. Diese Künstlerin besitzt enorm viel Potential, welches sogar außerhalb des beatlastigen eingängigen Pop funktionieren könnte.

Anspieltipps:

  • Do We Even Matter
  • Heal
  • Sidewalk
  • See you again
  • Everytime

Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Loreen“
comments powered by Disqus