Stratovarius - Under Flaming Winter Skies: Live In Tampere - Cover
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Stratovarius Under Flaming Winter Skies: Live In Tampere


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 100 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Stratovarius verabschieden sich würdevoll von ihrem langjährigen Drummer.

Stratovarius haben den Power Metal der finnischen Schule wie keine andere Band vor oder nach ihnen geprägt. In 28 Jahren hat die Band viele Höhen und Tiefen erlebt und im Gegensatz zu vielen anderen Genrekollegen sogar medial mit peinlichen Boulevardschlagzeilen auf sich aufmerksam machen können. Seit der „Neugründung“ im Jahre 2009 ist aber alles anders: Stratovarius haben ihr eigenes Gleichgewicht wieder gefunden. Man hat es fortan mit einer Band zu tun, die mit sich völlig im Reinen ist und scheinbar in einen Jungbrunnen gefallen ist. Nur schade, dass der deutsche der Mann hinter der Schießbude überraschend seinen Austritt angekündigt hat. Jörg Michael ist seit 1996 an Bord des finnischen Schlachtschiffs und hat mit seinem Schlagzeugspiel den Sound der Band geprägt.

Um Jörg Michael zu ehren, wurde extra zur Ehre des gebürtigen Dortmunders eine Tour initiiert. Der langjährige Drummer verabschiedet sich nach 17 Jahren aus persönlichen Gründen von der Band. Und auch wenn der Mitschnitt des Konzerts im südfinnischen Tampere beweist, dass Stratovarius eine Einheit (v.a. nach dem Ausstieg von Chef Timo Tolkki) sind, ist das Gefühl, dass Michael der heimliche Star des Abends ist, allgegenwärtig.

Auch wenn er selbst kein eigentliches Solo spendiert bekommt, so wirkt es stellenweise, als sei das Schlagzeug etwas in den Vordergrund gemischt worden. Vielleicht Fakt, vielleicht Einbildung. Der Gesamtsound der Aufnahme ist eh etwas rauer, als es der Fan der Band gewohnt ist. Der glasklare, schnörkellose Sound des Songmaterials bekommt jedenfalls genug Ecken und Kanten. Selbst Frontmann Timo Kotipelto klingt „kratziger“, meistert seinen Falsettgesang aber auch auf der Bühne ohne große Probleme. Ab und zu ist der Gesang allerdings etwas zu leise, was wirklich schade ist. Das Publikum ist dagegen wohl gezielt in den Hintergrund gemischt, meldet sich bei der Vorzeige-Hymne „Hunting High And Low“ dann aber doch mitsingfreudig.

Die Songauswahl ist weit ausgedehnt. Die Band bedient sich sowohl am älteren als auch am neueren Material. „Under Flaming Skies“ vom Album „Elysium“ ist als Opener überraschend druckvoll und gibt den Startschuss fulminant ab. Es folgen Hymnen wie „I Walk To My Own Song”, „Darkest Hours” oder, schmissig wie immer, „Eagleheart“. Neben balladeskem Material („Winter Skies“) hat man Gott sei Dank auch an älteres Material wie „Father Time“ (vom Jörg Michael Debüt-Album „Episode“), „Visions“ oder den Live-Klassiker „Black Diamond“ gedacht. Mit „Behind Blue Eyes“ haben Stratovarius übrigens ein Cover in der Tasche, welches ihnen im Gegensatz zu der berühmten Limp Bizkit Neuinterpretation überraschend gut glückt. Der The Who Klassiker fügt sich homogen in die Setlist ein und wird zu einem unerwarteten Highlight.

„Under Flaming Winter Skies – Live In Tampere“ ist also als Abschiedsalbum gelungen und abgesehen von kleineren Abmischungspatzern auch ein guter Gesamtüberblick über das Schaffen der Finnen geworden. Man spürt den Vibe des Besonderen wie erwähnt immer und immer wieder. Anstatt in Lethargie liegen zu bleiben, verabschieden sich Kotipelto, Johansson, Porra und Kupiainen allerdings mit einem Knall von Drummer Michael. Gut so!

Anspieltipps:

  • Eagleheart
  • Behind Blue Eyes
  • Black Diamond
  • Father Time
  • Hunting High And Low

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