Merendine - New World Disorder - Cover
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Merendine New World Disorder


  • Label: Flying Dolphin/Rough Trade
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Italiener thrashen gut, sind streckenweise aber zu vorsichtig und routiniert.

Fällt der Begriff „italienischer Metal“, dann denkt man unweigerlich an Power Metal Acts. Das fängt bei Rhapsody Of Fire an und endet bei obskuren Underground Bands, die für die musikalische Untermalung jeder Pen-&-Paper-Session geeignet sind. Aber Italien kann auch anders: Gruppen wie Necrodeath, Bulldozer oder auch Eldritch haben bewiesen, dass sich die Nation auch bei härteren Tönen nicht hinter ihren europäischen Nachbarn verstecken braucht, auch wenn die Anzahl eher überschaubar ist.

So ist es auch bei Merendine, 1995 als Merendine Atomiche in Citadella gegründet. Die drei Lucas (Zandarin am Mikro, Securo an der Gitarre, Cerardi am Schlagzeug) sowie Dario Bianchi am Bass blicken auf eine relativ beeindruckende Historie zurück. Auch wenn der kommerzielle Erfolg bisher ausblieb, konnte sich die Band seit ihrer Gründung immer wieder ihre Hörner abstoßen. Als Vorband von Agnostic Front oder Entombed hatte man zumindest kleine Achtungserfolge einfahren können. Bislang drei Studioalben wurden auf die Hörerschaft losgelassen. Der Erfolg blieb ebenfalls aus. Wird ihnen „New World Disorder“ den erwünschten Erfolg einbringen? Eine schwere Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist. Meredine bleiben wohl mehr oder weniger im Untergrund, aber spielen souverän und professionell auf.

So sind gleich die ersten drei Tracks des Albums tolle Prügelsalven, die (hoffentlich) jedem Thrasher weh tun. Mitunter furztrocken zelebrieren Meredine ihre eigene Herangehensweise an das Genre. Und das steht ihnen gut. „Stand Up And Fight“, „Declaration“, „Servants“ oder „Freedom“ beweisen ein gutes Näschen für Melodie. Die Italiener machen hier deutliche Ausflüge in traditionellere Gegenden des Metals und das steht ihnen gut. Wohlige Erinnerungen an „Phantom Antichrist“ von Kreator werden da wach!

Ansonsten zünden Merendine ein nettes Thrash-Feuerwerk. Nicht jede Rakete wird den Orbit betreten oder vielfarbig explodieren – Dafür sind die vier Musiker trotz aller Erfahrung und Spielfreude doch etwas zu generisch und vorsichtig. Aber für das, was es sein will, ist „New World Disorder“ gut geworden. Und auch wenn der Fan von Thrash Metal in letzter Zeit auf viele interessante und hochqualitative Veröffentlichungen zurückgreifen konnte, sollten Merendine nicht einfach ignoriert werden. Und mal ehrlich: Wie oft kann denn Italien schon mit seiner Thrash-Riege glänzen? Eben!

Anspieltipps:

  • Stand Up And Fight
  • Declaration
  • Servants
  • Spin Doctors

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