Chaosweaver - Enter The Realm Of The Doppelgänger - Cover
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Chaosweaver Enter The Realm Of The Doppelgänger


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die finnischen Exzentriker spielen einen pompösen Symphonic Black Metal mit nicht zu unterschätzenden Härtegrad.

„Cinematic Extreme Metal“ - Mit scheinbar gewollten Etablierungen neuer Genres tut sich der Metaler oftmals schwer. Wie viel einfacher wäre es doch, wenn der Plattenschrank nur drei oder vier Schubladen hätte? Gut, so einfach sollte man es sich dann aber auch wieder nicht machen. Aber Cinematic Extreme Metal? Mit Schaudern kommen Termina wie „Symphonic Epic Hollywood Metal“ oder „Symphonic Cosmic Metal“ zurück in die Gedankengänge gekrochen. Und auch wenn die Nordlichter von Chaosweaver dem Namen des erfundenen Genres musikalisch alle Ehre machen, so bleibt die Musik auf ihrer zweiten Langrille „Enter The Realm Of The Doppelgänger“ doch klassifizierbar. Aus „Cinematic“ mache „Symphonic“, aus „Extreme“ mache das punktgenaue „Black“ (das Metal darf selbstredend bleiben) und schon weiß man aus welchem Holz Chaosweaver wirklich geschnitzt sind. Wer jetzt an Dimmu Borgir denkt, der soll Recht behalten. Allerdings wissen Cypher Commander (Gesang), Albert von Fleischer (Gitarre), Jack Tyger (Schlagzeug) und Max Power (Keyboard, Bass, Gesang) ihren Klängen eigene Nuancen zu geben.

Nach dem Intro „A Red Dawn Rises“ folgt mir „Wings Of Chaos“ direkt am Anfang ein absoluter Kracher. Die Doublebass treibt das Dingen ordentlich nach Vorne, während das Keyboard praktisch omnipräsent das Rückgrat der Chaosweaverschen Dreschkunst darstellt. Das folgende „Maelstorm Of Black Light“ dreht den Härtepegel etwas zurück und steht zusammen mit „A Requiem For A Lost Universe“, „Repulsion“ und „Ragnarök Sunset“ für die leicht orchestralen Momente des Albums. Während die Härte bei anderen Bands mit Symphonic in der Genrebezeichnung zugunsten des Bombasts immer wieder den Kürzeren ziehen muss, halten Chaosweaver ihre Grundideen stets im Fokus. „Enter The Realm Of The Doppelgänger“ bleibt Metal. Das Keyboard ist zwar sicherlich das Hauptinstrument der Band, verliert sich aber nur selten in einer absolut dominanten Rolle. Selbst dann nicht, wenn es bombastischer wird oder man in die mystisch-elektronischen Spähren von The Kovenant eintaucht, wie die Songs „Crystal Blue“ oder „The Great Cosmic Serpent“ stellenweise beweisen.

„Enter The Realm Of The Doppelgänger“ ist eines der Alben, die Magnum Opera sein wollen. Trotz aller Notwendigkeit, die bei einer solchen Idee mitschwingt, machen Chaosweaver ihre Sache so oder so gut. Fans von den erwähnten Dimmu Borgir, Emperor oder auch Graveworm werden ihre Freude haben. Nicht nur was Orchester und Bombast betrifft können Chaosweaver alteingesessenen Bands das Wasser reichen. Auch die metallischen Einsprengsel sind stellenweise sehr roh und dienen als klarer Kontrast. Und das ist im sich immer weiter zur Perfektion treibenden Genre auch nicht mehr unbedingt ein Standard. Insgesamt ist und bleibt „Enter The Realm Of The Doppelgänger“ aber das, was es sein will: Cinematic, extreme, sehr pompös, mit vielen Klotzern und wenig Kleckereien. Für viele wird das trotz der nicht zu kurz kommenden Härte vielleicht zu viel des Guten sein. Freunde dieser Spielart dürfen aber ohne schlechtem Gewissen ein Ohr riskieren!

Anspieltipps:

  • Wings Of Chaos
  • Maelstorm Of Black Light
  • A Requiem For A Lost Universe
  • Ragnarök Sunset

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