Maroon 5 - Songs About Jane: 10th Anniversary Edition - Cover
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Maroon 5 Songs About Jane: 10th Anniversary Edition


  • Label: A&M/Universal
  • Laufzeit: 106 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Neuauflage zum zehnjährigen Jubiläum: Mit diesem Album fing die Erfolgsstory von Maroon 5 an.

Parallel zur Veröffentlichung ihres vierten Studioalbums „Overexposed” im Juni 2012 stellt die Plattenfirma von Maroon 5 auch das Debütalbum „Songs About Jane“ (2002) zu Ehren des zehnten Jubiläums als Deluxe Version mit Bonus-CD frisch in die Läden. Das ursprüngliche Album erhielt zwei Grammy-Auszeichnungen, brachte fünf international erfolgreiche Singles hervor und verkaufte sich millionenfach. Das Besondere daran: Der Erfolg kam nicht über Nacht, sondern entwickelte sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Heute wissen wir, dass das die Grundlage für eine große Karriere war, die ihren vorläufigen Höhepunkt mit der mehr als 8,5 Millionen Mal verkauften Single „Moves like Jagger“ im Jahr 2011 hatte.

Dass die „10th Anniversary Edition“ von „Songs About Jane“ alle 12 Originalsongs noch einmal als Demoversion beinhaltet, dürfte nur für beinharte Fans von Interesse sein. Diese dürften es dann auch als kleine Sensation ansehen, dass mit „Take what you want“, „Woman“ und „Chilly winter“ drei bis dato unveröffentlichte Tracks aus den damaligen Aufnahmesessions angeboten werden, eingerahmt von der Single-B-Seite „Rag doll“ und einem alternativen Mix von „The sun“.

Die ursprüngliche Besprechung aus dem Jahr 2004: Wenn es nach der deutschen Plattenfirma von Maroon 5 gegangen wäre, hätte es von uns niemals eine Rezension des Albums „Songs About Jane” gegeben. Im Hause Bertelsmann Musik war man sich nämlich schlicht zu fein für eine Bemusterung. Aus heutiger Sicht lang die nicht erfolgte Bemusterung allerdings nicht an der Plattenfirma, sondern an der beauftragten Promo-Agentur, die sich schlicht als überfordert herausstellte – Anmerkung der Redaktion.

Da der Leser aber nach einer Besprechung dieses hoch gehandelten Newcomeralbums verlangt – vielleicht, weil inzwischen die zweite erfolgreiche Singleauskopplung durch das deutsche Formatradio rotiert („This love“) – machen wir das Unmögliche möglich und präsentieren exakt drei Monate nach der Veröffentlichung in Deutschland, und immerhin zwei Jahre nach dem US-Release im Juni 2002, eine Rezension des Millionsellers „Songs About Jane”.

Maroon 5 sind aus den Überbleibseln der mäßig erfolgreichen Alternative Rockband Kara’s Flowers hervorgegangen, die im Sommer 1997 mit ihrem Debütalbum „The 4th World“ an den Start ging, sich aber nicht auf der Alternative-Welle halten konnte und mit Auslaufen ihres Plattenvertrages wieder in der Versenkung verschwand. Im Untergrund werkelten die beteiligten Musiker Adam Levine (Vocals, Gitarre), James Valentine (Gitarre), Jesse Carmichael (Keyboards), Mickey Madden (Bass) und Ryan Dusick (Drums) aber schon an neuem Material, das sich an neuen Elementen wie Soul, Folk, Funk und Rhythm'n'Blues bediente und alsbald das Interesse einiger Plattenfirmen weckte.

Das kleine New Yorker Label Octone Records erhielt den Zuschlag und schickte die Band zusammen mit Produzent Matt Wallace (Faith No More, John Hiatt, Bic Runga, Train, Third Eye Blind) in die Rumbo Recorders Studios, wo sich bereits Größen wie Guns ’N Roses, Smashing Pumpkins und John Mellencamp verdingten. Das Ergebnis kam im Sommer 2002 als „Songs About Jane” auf den Markt, brauchte aber fast ein Jahr, bis es durch die Single „Harder to breath“ etwas Aufmerksamkeit auf sich zog.

Inzwischen liegen die Verkaufszahlen bei über einer Million Einheiten – Tendenz steigend. Also muss an dieser Band irgendwas dran sein. Und tatsächlich können die beiden Singles „Harder to breathe“, ein gitarrenlastiger Funk-Groover vor dem Herrn und „This love“ als unverschämt eingängiger Popsong, der so schnell nicht aus dem Gehör zu bekommen ist, überzeugen. Doch danach wird die Luft schon dünner und die herausragenden Stücke sind mit der Lupe zu suchen. Die Band vergeht sich mit fortwährender Dauer an zu Tode produzierten Soul-Pop-Liedchen, die zwar bisweilen den Geist eines Stevie Wonder in sich tragen („Sunday morning“) oder als einschmeichelnde Radio-Balladen wenigstens kurzeitig Spaß machen („She will be loved“), sich aber stilistisch als Dauerwiederholung herausstellen und mit pseudo-coolen Gitarrenlicks schmücken.

Fazit: Davon reichen maximal drei Hördurchgänge, dann wandert das Album ins Regal zwischen die CDs von Train und The Calling. Und dort wird es so schnell nicht mehr rauskommen.

Anspieltipps:

  • Secret
  • This love
  • Must get out
  • She will be loved
  • Harder to breathe
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