Periphery - Periphery II - Cover
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Periphery Periphery II


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 69 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer mit Zutaten wie Meshuggah, Coheed And Cambria und King Crimson hantiert, sollte sich nicht wundern, wenn sich die Euphorie in Grenzen hält.

Im Mai 2010 knallen ein paar Amerikaner ihr Debütalbum auf den Markt und verhelfen einem kleinen Untergrundphänomen zu einem wahren Boom. Djent, vorher als rhythmische Idee in Meshuggah- und Sikth-Platten enthalten, wird zu einem kritisch beäugten Subgenre auserkoren und Periphery befinden sich schnurstracks an der Speerspitze zu einer neuen Bewegung. Der Rauch ist noch nicht ansatzweise verflogen, da legen Spencer Sotelo (Gesang), Misha Mansoor (Gitarre), Jake Bowen (Gitarre), Mark Holcomb (Gitarre) und Matt Halpern (Schlagzeug) schon den zweiten Streich vor, unmissverständlich mit fortlaufender römischer Ziffer betitelt. Schließlich möchte man die Parallele zum Staub aufwirbelnden Vorgänger nicht verheimlichen.

Wie bei überraschenden Hypes üblich, hat „Periphery II: This Time It´s Personal“ allerdings an seiner Vormachtstellung zu knabbern und verliert sich relativ schnell in der Notwendigkeit weiterhin bahnbrechende Facetten den darbenden Djent-Fans zu offerieren. Typisch progressiv wird die Überlange der Platte mit knapp 70 Minuten beibehalten, Periphery schaffen es dieses Mal aber nicht den Spannungsbogen permanent aufrecht zu erhalten und kauen gelegentlich an ein und derselben Idee herum („Ji“, „Scarlet“) oder verlieren sich in allzu melodieverliebte Sphären, die zum einen in einem krassen Gegensatz zu den härteren Passagen stehen und zum anderen das Hart/Zart-Gefälle mit langgezogenen, althergebrachten Epilogen a la King Crimson, Rush oder Pink Floyd ad absurdum führen, da die Wartezeit auf ein episches Finale oder einen unvorhergesehen, dringend benötigten Höhepunkt meist in keiner Relation zum aufgebrachten Geduldsfaden steht („Ragnarok“, „Froggin´ bullfish“, „Masamune“).

Sänger Sotelo darf neben seinen zweckmäßigen Growls erneut den sterbenden Schwan mimen, sorgt aufgrund unbarmherziger Konsequenz aber sogar für den einen oder anderen Pluspunkt, z.B. wenn er vor hakenschlagender Kulisse als Ruhepol agiert („Have a blast“, „Luck as a constant“). Die Gastauftritte von Guthrie Govan (The Aristocrats, Asia – „Have a blast“), Wes Hauch (The Faceless – „Mile zero“) und allem voran John Petrucci (Dream Theater – „Erised“) fügen sich nahtlos in das von Irrwegen gespickte Rhythmusgestrüpp ein und sorgen für interessante Aha-Momente, jedoch ist dies auch ein Zeichen dafür, dass „Periphery II“ mehr die Arbeit bzw. der Erfolg von mehreren Individuen ist als ein gemeinsam entworfenes Stück Musik, bei dem ein Zahnrad ins nächste greift. Leicht zu beeindruckende Djent-Fans werden hiermit sicherlich ihre Freude haben, anspruchsvolleren Hörern wird der fehlende künstlerische Zusammenhalt allerdings wie das Salz in der Suppe ein Dorn im Auge sein.

Anspieltipps:

  • Erised
  • Mile Zero
  • Have A Blast
  • Luck As A Constant

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