Ed Laurie - Cathedral - Cover
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Ed Laurie Cathedral


  • Label: Moon Painter Records
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Augen schließen, zuhören und eintauchen. Ein fluoreszierender, mystischer und poetischer Garten.

Manchmal genügt einem Singer/Songwriter eine einzige Grundidee um ein ganzes Album zu komponieren. Der in London geborene Ed Laurie hatte so eine ihm quasi zugefallene Idee und erklärt: „Ich sah ein Graffiti an der Steinmauer einer Kathedrale und es war zu lesen: ‚Still No Sign Of Al‘. Ich fragte mich wer Al war, wie und warum er verschwunden ist und ich begann über ihn zu schreiben, über seine Reise und wie sie hier geendet hat – sein Name in Stein geätzt auf dieser Kathedralenmauer.“

Ed Laurie ist kein Neuling der Singer/Songwriter-Szene, er hat bereits in den USA und Europa veröffentlicht. Seine Mini-LP „Meanwhile In The Park“ erreichte sogar die Top Ten der europäischen Download Charts und sein Debüt-Album „Small Boat Big Sea“ wurde seinerzeit zum Itunes Album der Woche gekürt. Dennoch hatte Laurie bei den Aufnahmen seines neuen Albums keine Garantie, dass das nun vorliegende „Cathedral“ veröffentlicht wird. Was angesichts dieses hervorragenden Albums kaum zu glauben ist, doch wir schreiben das Jahr 2012 und das Musikbusiness hat sich mit der Digitalisierung um einiges gewandelt.

Ed Laurie ist zwar in England geboren, seine Wurzeln reichen jedoch bis nach Osteuropa, Spanien, Deutschland und Brasilien, woraus auch einige seiner musikalischen Einflüsse resultieren. In seinen Songs hallen Interpreten wie Van Morrison, Leonard Cohen, Fred Neil, Syd Barrett, Jacques Brel, Cesaria Evora und Paco Pena nach, seine Originalität und Eigenständigkeit sind dennoch hervorstechende Merkmale, die seine Songs ausstrahlen. Ein wiederkehrendes Element ist der wogende, raumgreifende Bass, der gemeinsam mit dem flexiblen Schlagzeugspiel für diese sagenhaften „Astral Weeks“-Vibes sorgt. Hinzu kommen flirrende Violinen, heftiges Saxofon Spiel und eine poetische bis lautmalerische Gitarre. Mittendrin mäandert Ed Lauries emotionale Stimme, die den Zuhörer zu berühren versteht. Die lateinamerikanischen und afrikanischen Elemente seiner Kompositionen sind hintergründiger Art, kaum wahrnehmbar, sozusagen zwischen den Tönen schwingend.

Augen schließen, zuhören und eintauchen: „Cathedral“ ist ein knapp 41-minütiger poetischer Trip, der wie eine Quelle entspringt und als langer Fluss in dein Unterbewusstsein fließt. Ein Traum, der in die Wirklichkeit tritt. Realität, die sich in Träume verwandelt. Zehn Songs, die in sich selbst ruhen und manchmal auch brodeln, dann wieder in die Tiefe gehen, den Intellekt fordern und dennoch hochgradige Emotionalität in sich bergen. Ed Laurie spiegelt sich in diesem Al der Kathedralenmauer, spinnt eine Geschichte, die auch seine eigene ist. Sein zweites Album ist ein fluoreszierender, mystischer und poetischer Garten. Wer ihn betreten will muss nur eines mitbringen: Hingabe!

Anspieltipps:

  • High Above Heartache
  • Side Of A Candle
  • No Sign Of Al
  • Cathedral

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