Mike Doughty - Yes And Also Yes - Cover
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Mike Doughty Yes And Also Yes


  • Label: Snackbar Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mike Doughty verpasst es aus 14 schönen Melodien 14 schöne Songs zu basteln.

Es scheint wie ein locker leichtes Vergnügen, wenn „Na Na Nothing“ Mike Doughtys neues Album „Yes And Also Yes“ einfach und auf eine ganz eigene Art mitreißend eröffnet. Das versprechen auf kurz knackige Indie-Rock-Nummern ist nicht extravagant, aber das Ohrwurmpotenzial der Eröffnung macht Mut. Tatsächlich hat Doughty noch ein Dutzend weiterer leicht zugänglicher Tracks im Gepäck. Das Problem ist allerdings die unglaublich kurze Halbwertszeit der guten Stücke.

„Na Na Nothing“ kommt aus dem Nichts und verschwindet auch dorthin. So plötzlich wie die warmen Gitarren einsetzen, verschwinden sie auch wieder. Genau dieses Prinzip erlebt man mit den anschließenden 13 Liedern erneut. Dazu kommt noch, dass in der Mitte des Albums Stücke wie „Russell“, Have At It“ und der deutsche Ausflug „Makelloser Mann“ mit ihrer jeweiligen Spieldauer von unter zwei Minuten nicht mehr als Song-Schablonen sind. Verschenktes Potenzial, wenn man die immer wieder schnell ins Ohr gehenden Melodien hört. Am Ende eines jeden Stücks wird allerdings wieder klar, wie reduziert die meisten Lieder auf wenige Zeilen sind und einen Strom bilden, der ohne Höhen und Tiefen am Hörer vorbeirauscht.

So präsentiert Doughty 14 schöne Ideen in Form von gelungenen Melodien. Aus diesen Melodien entstehen aber nur selten Lieder, die dem Hörer erhalten bleiben. Zu schnell und bei weitem nicht innerhalb der eigenen Liedgrenzen aufdringlich genug zeigen sich Lieder, die Kultpotenzial haben könnten („Vegetable“) und dann doch einfach im Gedächtnisnichts verhallen. Typisch für solche Musik kann man Doughty immer wieder einlegen und wird den meisten Tracks die Frische neu gehörter Songs zusprechen. Wenn dann aber schon während des Hördurchgangs die Aufmerksamkeit schwindet und man die Lieder vergisst anstatt sie einzusaugen, ist das kein Qualitätsmerkmal.

Anspieltipps:

  • Na Na Nothing
  • Holiday (What Do You Want To Do?)
  • Telegenic Exes, #2 (Astoria)

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