Alanis Morissette - Havoc And Bright Lights - Cover
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Alanis Morissette Havoc And Bright Lights


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 60 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Comebackalbum nach vier Jahren Pause auf neuem Label. Doch wer jetzt geglaubt hat, Alanis Morissette klänge deshalb auch nur einen Deut anders, hat sich getäuscht!

Vier Jahre Pause sind in der Musikindustrie eine Ewigkeit – auch wenn man wie Alanis Morissette (38) einen Superstarstatus inne hat und über 60 Millionen verkaufte Tonträger vorweisen kann. Doch nach ihrem bis dato letzten Album „Flavors Of Entanglement“ (05/2008) brauchte die gebürtige Kanadierin erst einmal eine Pause von der Musik. Sie widmete sich der Schauspielerei, heiratete den Rapper Souleye (32) und brachte am 25. Dezember 2010 ihren Sohn Ever Imre auf die Welt. Nebenbei verließ Morissette im Jahr 2009 als letzter Star das Maverick Label und machte bis Mai 2012 ein großes Geheimnis aus ihrer musikalischen Zukunft. Erst dann verkündete sie, dass ihr neues Studioalbum „Havoc And Bright Lights“ über Universal Music Kanada und im Rest der Welt über Sony Music in die Läden kommen würde.

Das neue Album wurde wie der Vorgänger von Guy Sigsworth (Björk, Madonna, Seal) sowie von Joe Chiccarelli (Tori Amos, Elton John, My Morning Jacket, U2) produziert und gab schon mit der Vorabsingle „Guardian“ zu erkennen, dass sich am allgemeinen Alanis-Morissette-Sound nichts geändert hat. So gibt es eingängige Popmusik mit zum Teil härteren Gitarren, ein paar elektronischen Spielereien und Beats zu hören plus die typischen Texte zwischen Esoterik, Spiritualismus und Weltverbesserung. Alles ganz klar Alanis Morissette und inzwischen eine Art Markenzeichen.

Wer sich mit den bisherigen Studioalben der Wahl-Amerikanerin seit „Jagged Little Pill“ (1995) auseinander gesetzt hat, wird im Vergleich mit „Havoc And Bright Light“ bemerken, dass die Songs der 38-Jährigen oft nach den gleichen Schemata aufgebaut sind und sich im Grunde kaum weiterentwickelt haben. Schon bei „Guardian“ erinnern neben der charakteristischen Stimmabmischung vor allem das Laut/Leise-Schema und der knallige Refrain an zahlreiche altbekannte Morissette-Songs. Auffällig ist dagegen das Pianothema, das sich durch den Track zieht und in ähnlicher Form noch einmal in „Empathy“ aufgegriffen wird. In Sachen Fortschritt ist das freilich etwas arg wenig.

So gibt es auch auf diesem Album wieder eine ganze Reihe klassischer Key Tracks, die zwar zu 100% Alanis Morissette darstellen, aber nicht über den Status „Durchschnitt“ hinauskommen (u.a. „Lens“, „Numb“, „Win and win“). Aufgepeppt wird das Ganze mit Dance-Tracks („Woman down“), Balladen („‘Til you“) und dezenten Synthieausflügen („Edge of revolution“). Nicht unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang der Totalausfall „Celebrity. Denn gibt es etwas Abstoßenderes, als eine Berühmtheit, die in einen Song über eben jenen Status singt?

Dadurch schrumpft „Havoc And Bright Light“ auf eine gute erste Singleauskopplung und die beiden treibenden Stücke „Spiral“ und „Receive“ zusammen, die zugleich die frischesten und unbeschwertesten Songs des Albums darstellen. Für ein Comeback ist das unterm Strich etwas dünn – passend zum Info-Folder des Labels, dem scheinbar selbst nicht viel zur Musik auf „Havoc And Bright Light“ eingefallen ist. Klingt halt so wie immer und wird sich schon irgendwie verkaufen.

Anspieltipps:

  • Spiral
  • Havoc
  • Receive
  • Empathy
  • Guardian

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