Joshua Radin - Underwater - Cover
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Joshua Radin Underwater


  • Label: So Recordings/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine gelungene und abwechslungsreiche Mischung aus Singer/Songwriter-Musik und Country-Pop.

Er ist längst kein Geheimtipp mehr: Schon zum vierten Mal veröffentlicht der Singer-Songwriter Joshua Radin ein neues Studioalbum. Entgegen seines letzten Albums „The Rock and the Tide” klingt sein neues Album wiederum einiges einfallsreicher, aber auch ruhiger und sinnlicher, fast so, als hole der 38jährige ein bisschen „Winter“ in den Sommer. Zwischen der vielen „Whisper-Rock“-Stimmung kommt jedoch auch deutliche Country-Pop-Laune auf.

Es ist wohl ein großes Glück für Joshua Radin, dass er mit dem Regisseur und Schauspieler Zach Braff („Garden State“, „Scrubs“) so gut befreundet ist. Nicht, dass der Singer-Songwriter es nicht ohnehin verdient hätte internationale Popularität zu erreichen, doch wäre der Weg ohne Vitamin-B vermutlich weitaus langwieriger gewesen. Dank geschickter Platzierungen des Songs „Winter“ in einer Scrubs-Folge, wurde der Hype um Radin ausgelöst. Kein Wunder, dass man seine Musik daraufhin in weiteren Folgen von bekannten US-Serien wie Greys Anatomy, One Tree Hill oder Dr. House zu hören bekam. „Winter“ war ein Volltreffer, der vor allem durch einen gefühlvollen und beinahe zerbrechlichen Stil den richtigen Nerv bei den Zuschauern traf. Es ist erstaunlich, dass Joshua Radin beinahe flüsternd mit seiner Gitarre vor dem Mikrofon sitzt und die Worte zeitweise nur so dahinhaucht und damit auf so viel positives Feedback stößt. Es scheint die perfekte Harmonie zwischen Lyrics und Musik zu sein, die den Radin-Reiz ausmacht.

Sein letztes Album „The Rock And The Tide” war im Gegensatz zu seinen Vorgängern allerdings nicht nur deutlich lauter, sondern wirkte etwas angepasst und ideenlos. Es war ein bisschen mehr Pop als Singer/Songwriter und ein bisschen schwungvoller und fröhlicher als man es zuvor gewohnt war. „Underwater“ dagegen scheint sich wieder auf die Zeiten von Songs wie „I’d Rather Be With You“ zu besinnen, gepaart mit ein bisschen Country-Pop. Joshua Radin flüstert altbekannt ins Mikrofon und das Arrangement um ihn herum hält sich überwiegend dezent im Hintergrund.

Vielleicht hat der Country-Schwung Kevin Augunas' ( Edward Sharpe & The Magnetic Zeros), mit dem Radin einen Großteil des Albums in der Studio City aufnahm und produzierte, wo auch die Aufnahme-Sessions zu „Damn The Torpedos“ (Tom Petty) und „After The Gold Rush" (Neil Young) stattfanden, hier geholfen. Ganz nebenbei hat sich Joshua Radin auch noch eine Reihe an Musikern ins Boot geholt: Benmont Tench (Tom Petty & The Heartbreakers), Jim Keltner (Bob Dylan, John Lennon) und Jimmie Haskell (Simon & Garfunkel).

Mit einem leichten Band-Rauschen leitet der Intro-Track „Tomorrow is Gonna Be Better“ das Album ganz stimmungsvoll ein und stimmt den Hörer auf das ein was vor ihm liegt: Ein Joshua-Radin-Klassiker. Vor allem der sich stimmungsvoll steigernde Titelsong „Underwater“ ist die perfekte Mischung aus schwungvollem Gitarren-Geschrammel und leisen Flüster-Tönen. Songs wie „Everything“ oder „Lost At Home“ dagegen sind das genaue Gegenteil, schleichen sich beinahe zerbrechlich aus dem Lautsprecher und legen das Hauptaugenmerk auf den sich eher zurückhaltenden Radin. „Five And Dime“ und „Here’s Where We Begin“ zeichnet sich vor allem durch die perfekt eingespielten Streicher-Arrangements aus. „Underwater“ ist ein harmonisches und abwechslungsreiches Singer/Songwriter-Werk, mit einem harmonischen Wechsel schwungvoll und nachdenklich.

Anspieltipps:

  • Underwater
  • Tomorrow is Gonna Be Better
  • Five And Dime
  • Here’s Where We Begin

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