King Of Asgard - To North - Cover
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King Of Asgard To North


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Tiefe Verbeugungen vor Quorthon und Konsorten garantieren kein Meisterwerk, aber zumindest eine atmosphärische Wikinger-Schlachtplatte.

Die Zeiten, in denen Einherjer, Unleashed, Enslaved und Bathory die tonangebenden Größen im Metal waren, sind schon etwas länger vorbei, trotzdem wollen die Mithotyn-Überreste Karl Beckmann (Gesang, Gitarre) und Karsten Larsson (Schlagzeug) das aussterbende Gemisch aus Black, Death und Folk Metal nicht sterben lassen und halten gemeinsam mit Jonas Albrektsson (Bass) und Lars G. Tängmark (Gitarre) die Fahne im zweiten King Of Asgard-Ableger „...To The North“ weiterhin mit stolz geschwellter Brust gen Himmel. Im direkten Vergleich mit dem Debüt „Fi´mbulvintr“ (08/2010) hat sich zwar nicht besonders viel getan und der Vierer jagt erneut über schneebedeckte Landschaften im eisigen Skandinavien, die Präsentation schlägt allerdings deutlich epischer zu Buche.

Das eine halbe Minute kurze „Intro“ hätten sich King Of Asgard zwar sparen können, doch bereits das mit der Melodie aus dem Prolog von „Les Misérables“ (ein Musical basierend auf dem gleichnamigen Roman von Victor Hugo über die französische Revolution in 1832) hantierende „The nine worlds burn“ zeigt eindrucksvoll das majestätische Songwriting der Schweden. „The dispossessed“ fühlt sich hingegen als stampfender Midtempotrack besonders wohl, „Gap of Ginnungs“ verbindet auf anmutige Art und Weise einen hymnenhaften Chorus mit schwarzmetallischer Raubeinigkeit, während „Bound to reunite“ unentwegt nach vorne prescht und erst gar nicht versucht anmutig zu sein.

Anschließend folgt mit „Nordvegr“, „Up on the mountain“ und „Plague-ridden rebirth“ ein grandioses Dreierpaket, das als großes Ganzes gesehen eine fabelhaft inszenierte Geschichte erzählt, denn wo zu Beginn noch mit häufigen Dynamikwechseln der abenteuerliche Inhalt seine Entstehung findet, rüsten sich King Of Asgard im Mittelteil für das letzte Gefecht gegen eine Übermacht, die Spannung ist stets greif- und hörbar und die Riffs scheuen sich nicht davor richtig zuzupacken, während im großen Finale ein schwarzmetallischer Höllenritt aus den Boxen bricht, der jedoch nicht unbedingt eine Länge von 7 ½ Minuten und Röchelsamples benötigt hätte um das tobende Schlachtgetümmel als solches zu identifizieren.

Leider war es das dann mit den Großtaten der vier Könige aus Asgard und „Harvest (The end)“ bleibt lediglich gewöhnlicher Wikinger-Durchschnitt und das schleppende Instrumental „To north“ bleibt nach einem solistischen Pianoauftakt dummerweise in seiner Entwicklung stecken und siecht äußerst theatralisch seinem Ende entgegen. Unverbesserliche Viking Metal-Fans bekommen hier jedenfalls nicht nur ordentlich Nachschub für ihr Lieblingsgenre, sondern angesichts der opulent inszenierten Erzählweise und der tollen Rekreation des 90er Jahre Black/Death/Folk-Cocktails sicherlich auch feuchte Augen. Für stilfremde Personen ist „...To North“ immerhin eine souveräne Einstiegsdroge.

Anspieltipps:

  • Nordvegr
  • Gap Of Ginnungs
  • Up On The Mountain

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