Katatonia - Dead End Kings - Cover
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Katatonia Dead End Kings


  • Label: Peaceville/EDEL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Schönheit in all der Dunkelheit. The dark epos rises again.

The dark epos rises again. Das ist nicht der neue Batman-Film von Christopher Nolan, was bei Betrachtung des Albumcovers von Travis Smith in den Sinn kommt, wo von einer Art Todesvogel eine Fledermauswolke ausgeatmet wird, die sich in Richtung schwarze Sonne (Black Hole Sun) aufmacht. Dieses dunkle Epos ist eine weitere Klangreise mit den schwedischen Meistern der düsteren Metalmusik.

Auf der neuesten Scheibe „Dead End Kings“ haben die Stockholmer weiter an ihrem Dark Metal gefeilt, ihn weiter ausgearbeitet, geradezu perfektioniert. Ihre Kompositionen bieten eine derart überwältigende Atmosphäre, melancholisch, düster, kalt und durch den klagenden Gesang von Jonas Renkse in diesen Eigenschaften bestärkt. Einzig die Refrains, deren Melodien sich erst langsam dem Hörer öffnen, lassen einige zarte Lichtstrahlen in die Dunkelheit. Nicht selten sind sie auch nur ein Ventil um die Enttäuschung und den aufgestauten Frust heraus zu lassen. Die Gitarren peitschen mit ihren Riffs, nur um sich im nächsten Moment zurück zu ziehen, den sparsamen Synthesizern das Feld zu überlassen, ein ständiges Spiel zwischen deprimierender, beängstigender Nachdenklichkeit und emotionalen Ausbrüchen.

Mit jenen Baumaterialien haben sich Katatonia ihr eigenes musikalisches Nest gebaut, stabil, unangreifbar, eine wahre Referenz dieser Stilrichtung. Selbst der Ausstieg der Norrman-Brüder nach dem letzten Studioalbum „Night Is The New Day“ an Gitarre und Bass konnte dem Bauwerk Katatonia nichts anhaben. Die beiden Leitwölfe Renkse und Nyström folgen weiter unbeirrt ihren Vorstellungen und kreieren ein weiteres gelungenes Werk, das nur leider nicht ganz die melodische Vielfältigkeit des Vorgängers erreicht. Dafür sind die Songs auf ihre Art erhabener und beinhalten weniger sich wiederholende Passagen. An keiner Stelle ist zu viel oder zu wenig aufgetragen, was nochmals die kompositorischen Fähigkeiten der Herren unterstreicht. Selbst die Reihenfolge der Songs wurde gut durchdacht und folgt einem ständigen Auf und Ab, mal ruhiger zu Beginn, dann wieder härter in ihrer Beschaffenheit.

„Dead End Kings“ ist einmal mehr ein Album mit Langzeitwirkung. Es muss wie eine Zwiebel Stück für Stück gehäutet werden und vielleicht fließen auch einige Tränen dabei, zu Beginn wegen der Enttäuschung durch den schweren Zugang, doch am Ende wegen der emotionalen Ergreifung, der Schönheit in all der Dunkelheit.

Anspieltipps:

  • The One You Are Looking For Is Not Here
  • Lethean
  • The Racing Heart
  • Leech

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