Malice - New Breed Of Godz - Cover
Große Ansicht

Malice New Breed Of Godz


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 57 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Von neu eingespielten Klassikern, Qualitätsschwankungen und halben Sachen.

Auch wenn es die Altherren-Bande um Malice sicherlich nicht gerne hört: Den Vergleich mit Judas Priest muss sie sich auch 32 Jahre nach ihrer Gründung weiterhin gefallen lassen. Auf ihren einzigen Alben „In The Beginning" und „License To Kill“ machten die US-Amerikaner die Szene unruhig und verbuchten mit diversen Touren im Vorprogramm von heute etablierten Bands Erfolge. Als ganz heißes Eisen und Alternative zu den erwähnten Briten gehandelt, zeigten sich Malice leider recht kurzlebig. Was schließlich noch folgten waren eine EP und die anschließende Trennung. Es ist umso überraschender, dass sie sich 2006 mehr oder weniger in Originalbesetzung wieder vereinigen konnten. Die größte Veränderung stellt wohl der Sängerwechsel dar: Der ehemalige James Neal war eine Röhre, die gerne mal in Halfordsche Dimensionen eindrang. Neuzugang James Rivera folgt dem Beispiel seines Vorgängers, ist aber etwas rauer als Neal. Das verändert die Atmosphäre im direkten Vergleich zu alten Aufnahmen stellenweise sehr prägnant. Es ist auch der Grund, warum „New Breed Of Godz“ zum zweischneidigen Schwert wird.

Der Opener und Titeltrack ist wuchtiger US-Power Metal, der in der Tradition des Genres mit ordentlicher Härte und furztrocken ins Gesäß zu treten weiß. Die weiteren Neukompositionen „Branded“ und „Slipping Through The Cracks“ folgen dem Beispiel. Wer sich für Jag Panzer und besonders die straighteren Momente von Iced Earth begeistern kann, sollte vollends bedient werden. Die Ballade „Winds Of Death (Angel Of Light)“ ist auch gut, baut aber aber in den ruhigen Momenten ab. Frontmann James Rivera hat ein geiles Metal-Organ, schwächelt aber bei sanfteren Tönen.

Das alte und (neu eingespielte) Material zeugt von der Herkunft der Band. Malice stammen aus einer Zeit wo der Priest noch DER Shit war. Im Vergleich zu den neuen Songs, kommt das alte Material sehr viel knackiger und saftiger daher. Sowohl das sogar leicht an den Priest-Klassiker „Freewheel Burning“ erinnernde „Hell Rider“ als auch die restlichen Songs versprühen die Duftnote des großen Vorbilds.

Fans von Malice freuen sich über neues Futter, auch wenn „New Breed Of Godz“ keine reinrassige Neueinspielung geworden ist. Die Qualität der alten Songs spricht jedenfalls für sich. Die vier neuen Songs erreichen dieses Niveau leider nicht und sind v.a. stilistisch völlig unpassend im Gesamtkontext des Albums. Zwischen den zwei Generationen von Songs liegt eine Kluft, so als hätten zwei völlig unterschiedliche Bands die Nummern eingespielt. Dennoch macht „New Breed Of Godz“ als das, was es sein will eine Menge Spaß und auch viel richtig. Es bleibt aber zweifelhaft, dass Malice neue Langhaarige für sich gewinnen. Das Teil bleibt in erster Linie also Fanservice. Besonders dann, wenn man die bittere Pille einer sehr, sehr unsauberen Produktion zu schlucken hat...

Anspieltipps:

  • Hell Rider
  • Against The Empire
  • Air Attack
  • Slipping Through The Cracks

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
6.5/10

The Book Of Souls: Live Chapter
  • 2017    
7.5/10

Cold Dark Place EP
  • 2017    
8/10

The Rise Of Chaos
  • 2017    
Diskutiere über „Malice“
comments powered by Disqus