Punch Brothers - Who´s Feeling Young Now? - Cover
Große Ansicht

Punch Brothers Who´s Feeling Young Now?


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Progressive Bluegrass auf den Spuren von Mumford & Sons und Kings Of Leon. Geht nicht? Geht doch!

Der vor sechs Jahren gegründeten, mehrmals umbenannten und seit ein paar Jahren in New York City beheimateten Bluegrass Band namens Punch Brothers wurde aufgrund ihrer vergleichsweise komplexen Songstrukturen in der Vergangenheit eine Sonderstellung innerhalb des Genres zugewiesen. Das hat man davon, wenn man mal ein wenig von der gängigen Norm abweicht. In den US-Medien erhielt die Gruppe deshalb sogar den Titel „Progressive Bluegrass Band“. Abschrecken muss sich davon aber niemand lassen.

So mag die Progressivität der Punch Brothers auf den vorangegangenen Studioalben „Punch” (02/2008) und „Antifogmatic” (06/2010) sicher noch stärker ausgeprägt gewesen sein. Auf ihrem neuesten Werk „Who’s Feeling Young Now?“ haben sich Chris Eldridge (Gitarre), Paul Kowert (Bass), Noam Pikelny (Banjo), Chris Thile (Mandoline, Gesang) und Gabe Witcher (Fiddle) einer etwas gemäßigteren Bluesgrass-Variante verschrieben, die allerdings nur stellenweise fast schon poppige Züge trägt („New York City“, „This girl“).

Damit ist das Quintett seinen Genrewurzeln zwar auf keinen Fall entwachsen, aber mit frischen Zutaten aus den Bereichen Indie-Rock und Jazz auf einem guten Weg, eine breitere Hörerschicht anzusprechen, ohne sich an die Industrie zu verkaufen. Die Fans der ersten Alben können deshalb beruhigt sein! Die Punch Brothers haben es sich nämlich auch heuer nicht nehmen lassen, ein paar ihrer typisch-verschrobenen Tracks einzubauen, die von Jacquire King (u.a. Mutemath, Kings Of Leon, Tom Waits, Modest Mouse) in den Blackbird Studios in Nashville produziert wurden.

So wurden z.B. Coverversionen von Radiohead („Kid A”) und der schwedischen Folkband Väsen („Flippen”) in die ein Dutzend Songs umfassende Tracklist integriert, die sich insgesamt als spannende Reise durch die Möglichkeiten des Bluegrass-Sounds offenbart. Dabei schaffen es die Punch Brothers trotz einer durch und durch klassischen Instrumentierung frisch und „anders“ zu klingen als die meisten ihrer Genrekollegen. An Beispielen wie den Kings Of Leon im Rock und Mumford & Sons im Folk zeigt sich, dass damit durchaus auch der große Wurf möglich ist. Die Punch Brothers stehen ab jetzt unter Beobachtung!

Anspieltipps:

  • Kid A
  • This girl
  • New York City
  • Movement and location
  • Who’s feeling young now?

Neue Kritiken im Genre „Folk“
Diskutiere über „Punch Brothers“
comments powered by Disqus