Kid Kopphausen - I - Cover
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Kid Kopphausen I


  • Label: Trocadero/INDIGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch haben eine Band gegründet und geben sich mit ihrem ersten Album rätselhaft, melancholisch und wunderbar poetisch.

„Wer bin ich?“ singen Kid Kopphausen im ersten Track und antworten darauf nicht ganz zufriedenstellend mit: „Hier bin ich“. Da sind sie also, Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch, zwei Singer/Songwriter, (fast) aus Hamburg, die sich dazu entschieden haben für einige Zeit als Kid Kopphausen unterwegs zu sein.

Bereits im Vorfeld begann das Rätselraten als auf ihrer Facebook-Page: „Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch gründen eine Band, die Band heißt Kid Kopphausen und ihr erstes Album „I“. Ansonsten alles rätselhaft, aber danke der Nachfrage.“ erschien. Tatsächlich war alles sehr „rätselhaft“ und vor allem war es bei dieser Kombination kaum möglich vorurteilsfrei in das Album zu hören. Man kannte die beiden bereits als Solokünstler und Koppruch zudem als Teil der Band Fink und wusste genau: Das kann was werden!

Was die beiden gerne betonen: Sie sind eine Band und kein Projekt oder irgendetwas anderes. Eine Band, das bedeutet gleichwohl, ein Team und kein kurzfristiges, wahlloses zusammengewürfeltes Gebilde aus zwei Musikern. Was sie verbindet ist die zauberschöne melancholische Poesie und der Wortwitz. Akustik-Gitarre und ein Stuhl, so stellt man sich das perfekte Arrangement für Musiker dieser Sorte vor. Vielmehr braucht es nicht und so lauscht man den gut durchdachten Worten und den sanften Western-Gitarren.

Man merkt recht deutlich, wann Knyphausen und wann Koppruch am Regler saß und so hat jedes Lied für sich seinen ganz eigenen Charme. Im Wechsel liefern die beiden auf dem Album so wunderschöne Zeilen wie „Ich habe euch Blumen und Pralinen vom Arsch der Welt mitgebracht!“ oder „Ich hab im Krieg die Seiten gewechselt und kein Mensch hat mich vermisst“.

Koppruch („Komm küssen“) ist ein klein wenig knarziger als der sanfte Knyphausen und eben diese Mischung macht den Reiz auf „I“ aus. Die Mischung aus zwei Musikern, die sich eigentlich ganz ähnlich sind und dann auch wieder nicht. So klingen Kid Kopphausen wie zwei einsame Cowboys, die sehnsüchtig dem Sonnenuntergang entgegenreiten, immer auf der Suche nach dem geheimnisvollen Sinn des Lebens. Dazwischen machen sie Halt in einsamen und verrauchten Kneipen und singen von ein bisschen Glück, Liebe, Einsamkeit und natürlich ganz viel Hoffnung auf bessere Zeiten: „Jeder Tag ist ein Geschenk. Er ist nur scheiße verpackt“

Eigentlich also alles wie immer und gar nicht so rätselhaft. Koppruch und Knyphausen passen eben gut zusammen, krempeln in Zusammenarbeit auch nicht unbedingt ihre eigenen musikalischen Lebensgeschichten um. Ein ganz entspanntes Album von zwei tragischen Poeten. Wunderschön und melancholisch zugleich.

Anspieltipps:

  • Hier bin ich
  • Im Westen nichts Neues
  • Wenn der Wind übers Dach geht
  • Haus voller Lerchen

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