Green Day - Uno! - Cover
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Green Day Uno!


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Teil eins der Album-Trilogie „Uno!“, „Dos!“ (11/2012), „Tré!“ (01/2013).

Größenwahn, totaler Ausverkauf oder Dienst am Fan? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall gehört eine Menge Mut und Selbstvertrauen dazu (und eine Plattenfirma, die dabei mitspielt), drei nagelneue Studioalben mit mindestens 36 Songs innerhalb von nur vier Monaten auf den Markt zu bringen. Aber was sollen Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt und Tré Cool alias Green Day auch machen, wenn sie nicht zum Stillstand kommen und die Lust an der Musik verlieren wollen?

Angefangen als kleine dilettantische Punkband Ende der 80er Jahre, über die Megaerfolge in der Mitte der 90er Jahre, bis hin zu den gewaltigen Rockopern „American Idiot“ (09/2004) und „21st Century Breakdown“ (05/2009) in den Nullerjahren, haben Green Day alles mitgenommen, was eine Rockstarkarriere mit sich bringt. Was bleibt da noch? Eine Platte mit Coverversionen? Bitte nicht! An einem Tag zwei Alben veröffentlichen? Wir sind doch nicht bei Axl Rose! Also kommt, was kommen musste: Die groß angelegte Album-Trilogie „Uno!“, „Dos!“ (11/2012), „Tré!“ (01/2013), mit der Green Day zurück zu ihren Wurzeln wollen, als Alben wie „Dookie“ (02/1994) mit unkaputtbaren Tracks wie „Basket case“, „When I come around“ oder auch „Longview“ den Weg zu einer nicht für möglich gehaltenen Karriere ebneten.

Green Day scheinen also instinktiv bemerkt zu haben, dass sie das Rockoperding nicht ein drittes Mal reiten dürfen, um spannend und nicht ausrechenbar zu sein. Dennoch sind Billie Joe Armstrong (40), Mike Dirnt (40) und Tré Cool (40) auch nicht mehr die unbedarften Teenager wie vor 20 Jahren. Deshalb klingen die neuen Songs auf „Uno!“ zwar wesentlich kompakter und von Ballast befreit, aber auch gewohnt glatt produziert, radiofreundlich und tiefenentspannt. Das weiß der geneigte Hörer allerdings auch und sollte dies der Band nicht zum Vorwurf machen. Denn wie soll sich Punkrock, gespielt von drei Multimillionären, auch anders anhören?

So darf sich der Konsument auf ein Dutzend simpel gestrickte, melodische Rocksongs vorbereiten, die mehr Pop als Punk sind und in der Summe sogar etwas zu üppig vorliegen, weil die eh schon von 70 auf weniger als 40 Songs eingedampften Ideen (verteilt auf drei Alben) zu viel Raum für Durchschnittlichkeiten lassen („Stay the night“, „Loss of control“), bereits veröffentlichten Green-Day-Songs zu ähnlich sind („Oh love“, „Nuclear family“, „Carpe diem“) oder wie hüftlahme Genreausbrüche klingen („Kill the DJ“). Das macht ehrlich gesagt nicht gerade Lust auf die übrigen Teile der Trilogie, der es am Ende vermutlich so ergehen wird, wie vielen Doppel- und Dreifachalben: Weniger ist einfach mehr. Zum Beispiel in Form eines Samplers. Nennen wir ihn einfach „Quatro!: The Best Of Uno!, Dos!, Tré!”

Anspieltipps:

  • Oh love
  • Fell for you
  • Troublemaker
  • Let yourself go

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