Peter Gabriel - Secret World Live - Cover
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Peter Gabriel Secret World Live


  • Label: Eagle Vision/EDEL
  • Laufzeit: 132 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Herausragende Popmusik, verpackt in eine grandiose Bühnenshow als restaurierter Konzertfilm in beeindruckender Bild- und Tonqualität.

Mit dem erfolgreichen Studioalbum „Us” (09/1992) – dem bis dato am zweitbesten verkauften seiner Karriere – und vier starken Singleauskopplungen innerhalb von 12 Monaten im Gepäck, begab sich Peter Gabriel auf eine ausgedehnte Konzertreise um die ganze Welt, auf der die Musik wie für Peter Gabriel (damals 43) üblich in eine beeindruckende Bühnen- und Lichtshow verpackt wurde, die das Konzertpublikum ganz dicht mit einbezieht.

Peter Gabriels „Secret World Live“-Tour wurde vor 20 Jahren als akustischer und visueller Leckerbissen gefeiert und zu Recht sowohl als Live-Album sowie in Form eines Konzertfilms auf VHS Video veröffentlicht, der mit einem Grammy prämiert wurde. Mitgeschnitten wurden dazu die beiden Aufritte im italienischen Modena im November 1993, die jetzt für eine Blu-ray- und DVD-Veröffentlichung in Sachen Bild- und Tonqualität komplett restauriert und auf neuesten Stand der Technik gebracht wurden.

„Secret World Live“ wurde auf zwei, durch einen Steg miteinander verbundene Bühnen wie ein Theaterstück aufgeführt. Das gesamte Programm unterlag einer aufwendigen Choreographie und wurde durch ein farbenfrohes, von großen Videoleinwänden unterstütztes Bühnenbild geprägt, in dem sich u.a. ein Bäum, eine Telefonzelle und ein Ruderboot befanden. Die Gesangsparts teilte sich Peter Gabriel in einigen Songs mit der jungen Amerikanerin Paula Cole (damals 25), die 1993 ihr Debütalbum „Harbinger“ auf den Markt brachte und später den Titelsong zur Kult-TV-Serie „Dawsons Creek“ beisteuerte.

Was die Bild- und Tontechniker mit dem Original 16 Millimeter Filmmaterial angestellt haben, ist wirklich aller Ehren wert! Das Bild wurde gesäubert erstrahlt im frischem Glanz und die Tonspuren – allen voran im Dolby Digital 5.1 Mix – sind erstklassig auf heutige Ansprüche gehoben worden. Der super-transparente Raumklang erfreut sich über eine ausgewogene, alle Lautsprecher einbeziehende Abmischung, die zu keiner Zeit die Idee aufkommen lässt, dass wir es mit fast 20 Jahre altem Material zu tun haben. Doch das sind nur die technischen Begleiterscheinungen eines Konzertmitschnitts, der eine ganz eigene Magie entwickelt, weil hier ein echtes Ensemble am Werk ist, das sich Abend für Abend die Bälle zuspielt und blind miteinander harmoniert (u.a. mit Manu Katche an den Drums, David Rhodes an der Gitarre und Tony Levin am Bass).

Auch wenn „Us“ (09/1992) kommerziell nicht so erfolgreich war wie „So“ (05/1986) und keine Überhits wie „Sledgehammer“ und „Don’t give up“ besaß, so war es doch in seiner Gesamtheit das bessere Album mit einer atmosphärischen Dichte, das in Zeiten von Grunge und Punkrock-Revival einen kongenialen Gegenpart darstellte und mit der dazugehörigen Bühnenshow wie ein Hohn auf die Flanellhemdträger aus Seattle gewirkt haben muss.

Anspieltipps:

  • Steam
  • Kiss that frog
  • Blood of Eden
  • Come talk to me
  • Shaking the tree
  • Digging in the dirt
  • Washing of the water

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